04.02.2019 | Specials AC/DC: Lest hier einen Brief von Bon Scott von 1978

​1978 schrieb der AC/DC-Sänger einen langen Brief an seine Schwester, in dem er Einblicke in sein strapaziöses Leben gibt. Was Bon Scott schrieb, könnt ihr hier nachlesen.

  • Ein handgeschriebener Brief von AC/DC-Legende Bon Scott kommt demnächst unter den Auktionshammer.
	Foto: By Elfast - Own work, Public Domain, Link

    Ein handgeschriebener Brief von AC/DC-Legende Bon Scott kommt demnächst unter den Auktionshammer.

    Foto: By Elfast - Own work, Public Domain, Link

  • Der dreiseitige Brief ist an seine Schwester Valerie adressiert und gibt Einblicke in Bons Leben.
	Foto: natedsanders.com

    Der dreiseitige Brief ist an seine Schwester Valerie adressiert und gibt Einblicke in Bons Leben.

    Foto: natedsanders.com

  • AC/DC waren zu der Zeit mit dem 1978er Album 
	Powerage auf Tour, Bon schrieb seinen Brief auf dem Briefpapier des Hilton Hotels in Pittsburgh.

    AC/DC waren zu der Zeit mit dem 1978er Album Powerage auf Tour, Bon schrieb seinen Brief auf dem Briefpapier des Hilton Hotels in Pittsburgh.

  • Er beschreibt das anstrengende Tourleben und entschuldigt sich auch für die spärliche Kontaktaufnahme - er sei "dauernd auf Reisen, betrunken oder verkatert."
	Foto: Von Lost Parables from Ballymena, Northern Ireland. ©jameshughes - ACDC in full flight (not online anymore), CC BY 2.0, Link

    Er beschreibt das anstrengende Tourleben und entschuldigt sich auch für die spärliche Kontaktaufnahme - er sei "dauernd auf Reisen, betrunken oder verkatert."

    Foto: Von Lost Parables from Ballymena, Northern Ireland. ©jameshughes - ACDC in full flight (not online anymore), CC BY 2.0, Link

  • Am 19. Februar 1980 starb Bon Scott - er hatte eine Alkoholvergiftung und war an seinem Erbrochenen erstickt. Rock in Peace, Bon!
	Foto:  Von I, Greg O'Beirne, CC BY-SA 3.0, Link

    Am 19. Februar 1980 starb Bon Scott - er hatte eine Alkoholvergiftung und war an seinem Erbrochenen erstickt. Rock in Peace, Bon!

    Foto:  Von I, Greg O'Beirne, CC BY-SA 3.0, Link

Seine Stimme ist viel zu früh für immer verstummt: Bon Scott. 39 Jahre nach dem Tod des AC/DC-Sängers ist jetzt ein Brief an seine Schwester Valerie aufgetaucht. Den Brief schrieb Bon 1978, während der „Powerage“-Tour. Er wurde jetzt für fast 10.000 Dollar versteigert.

Auf drei Seiten gibt der AC/DC Frontmann einen Einblick in seine Seele - unfassbar tief und unbezahlbar. Er spricht über das anstrengende Tourleben mit AC/DC, über gemeinsame Bekannte, Aufnahmen, über Reisen und über Alkohol. 

Wir haben euch den Brief übersetzt - hört selbst: Bon Scott und seine innersten Gedanken…

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Bons Brief an Valerie - zum Nachlesen:

Hi Valerie, wie du siehst, ist Bon heute in Pittsburg. Ich komme gerade von der Westküste, wo ich ein paar Tage in LA war und ein Midnight Special gemacht habe. Ich hab mir Dougs neue Band im La Cantino El Paso bei Long Beach angesehen und Junge, hab ich mich amüsiert. Er spielt echt gut und singt wie ein Vogel. Keine Ahnung ob er’s dir schon erzählt hat, aber ich hab ihn vor ein paar Wochen gefragt, ob er vielleicht ne Zeit lang für Phil einspringen könnte, weil Phil hatte nen kleinen Nervenzusammenbruch und brauchte erstmal einige Zeit mit nem Seelenklempner. Es war echt heftig, aber er ist schnell genug drüber hinweggekommen, ohne die Band zu verärgern. Wir mussten ihn ne Weile mit Samthandschuhen anfassen aber jetzt geht’s ihm wieder besser.

Es ist echt schade, aber ich werde für mindestens die nächsten 2, 3 Monate nicht in deine Gegend kommen. Die restliche Tour findet in Pennsylvania und New York State statt, aber aus den Augen heißt ja nicht aus dem Sinn. Ich weiß, ich bin nachlässig mit Briefen und Anrufen aber ich bin halt ständig am reisen oder betrunken oder verkatert oder dies oder das… ich zitter heute so stark, dass ich kaum schreiben kann aber ich wollte dir schon seit Wochen schreiben also mach ichs heute.

Die Anrufe musste ich irgendwann aufgeben, als ich zu sehr in die roten Zahlen gerutscht bin. Diese Woche hab ich schon 130 Dollar Gage erhalten, aber so vor 2 Wochen hab ich der Band am Zahltag 70 Dollar geschuldet und das ist einfach verrückt. Aber verrückt sein ist das einzige, was mich gesund hält, wenn du weißt was ich meine. Seit wir uns das letzte Mal gesehen haben, haben wir so viel gearbeitet, dass es nur eine einzige große verschwommene Erinnerung ist.

Glaube, wir sind das Land millionen mal quer und rauf und runter gefahren und ich fange langsam an, mich ausgezehrt zu fühlen und so auszusehen. Am liebsten würde ich einen Monat lang Kur machen, aber nach dieser Tour geht’s direkt nach Europa und England für einen Monat und dann hierher zurück für das Winterjahresende, also sehen wir uns das nächste Mal wahrscheinlich im Altenheim.

Meine Haare sehen aus wie eine Bärenfellmütze, aber ich lass sie wachsen und werde ne Zeit lang wieder ein Hippie sein. Ich weiß, es klingt als wäre das Leben zur Zeit total anstrengend aber ich will mich nicht beschweren, weil wir haben auch schöne Zeiten und wir verkaufen viele Platten und machen Leute glücklich, also kanns so schlimm nicht sein. Ich geh Ende des Jahres zu meiner Mutter und verbringe einen Monat am Strand, bevor ich mich wieder in alles reinstürze.

Oh und wir haben vor ein paar Wochen unser Live Album in New York abgeschlossen. Ich musste ungefähr 5 Konzerte neu einsingen weil die Gesangsspuren nicht gut genug waren und mein Mikrophon auch die Gitarren und so aufgenommen hatte. Es war in Ordnung (ähem), das Album klingt gut und wird sich gut unterm Weihnachtsbaum machen. Ich weiß nicht, wann es rauskommt aber ich versuch dir ein besonderes Exemplar zu organisieren. Kann sein, dass sie welche in rotem Vinyl rausbringen, wobei ich sie persönlich als Platin am liebsten mag. Ich muss los Süße. Ich habe gerade den Halbstundenanruf gekriegt und muss in New York anrufen. Ich hoffe du lässt was von dir hören, bevor ich aus den Staaten bin. Sag der Familie liebe Grüße… und sag mir, wie es Mama erging… sag ihr Grüße von The Bon /Hab dich lieb Valerie/ Bon