06.03.2020 | Specials Shine On You Crazy Diamond: David Gilmour wird 74

David Gilmour war und ist viel mehr als ein Gitarrist bei Pink Floyd - er war ein regelrechter Glücksfall für die Band. Lest hier unser Porträt des musikalischen Genies.

  • Er ist zweifellos einer der größten Gitarristen der Rock-Geschichte: David Gilmour!

    Er ist zweifellos einer der größten Gitarristen der Rock-Geschichte: David Gilmour!

    Foto: Sarah Lee
  • Nachdem Pink Floyd ihre ersten Erfolge noch mit Syd Barrett feierten, trat Gilmour der Band bei und musste seinen Freund, der zunehmend an psychischen Problemen litt, gänzlich ersetzen.

    Nachdem Pink Floyd ihre ersten Erfolge noch mit Syd Barrett feierten, trat Gilmour der Band bei und musste seinen Freund, der zunehmend an psychischen Problemen litt, gänzlich ersetzen.

    Foto: Storm Thorgerson
  • Doch die Trennung von ihrem Mastermind sollte keinen Rückschlag für die Band bedeuten - im Gegenteil. Mit Gilmour an der Gitarre stiegen Pink Floyd zu den Königen des Psychedelic Rock auf.

    Doch die Trennung von ihrem Mastermind sollte keinen Rückschlag für die Band bedeuten - im Gegenteil. Mit Gilmour an der Gitarre stiegen Pink Floyd zu den Königen des Psychedelic Rock auf.

    Foto: Warner Music Group
  • Doch hinter den Kulissen krachte es gewaltig - vor allem zwischen Gilmour und Roger Waters.

    Doch hinter den Kulissen krachte es gewaltig - vor allem zwischen Gilmour und Roger Waters.

    Foto: Warner Music Group
  • Doch selbst als das zweite Mastermind Waters die Band verließ, war es David Gilmour, der die Band am Leben erhielt.

    Doch selbst als das zweite Mastermind Waters die Band verließ, war es David Gilmour, der die Band am Leben erhielt.

    Foto: Warner Music Group
  • 2015 verkündete David Gilmour das offizielle Ende von Pink Floyd. Nach dem letzten Album The Endless River aus dem Jahr 2014 sagte er: "Ich glaube wir haben erfolgreich das Beste herausgeholt... es ist schade, aber das ist das Ende."

    2015 verkündete David Gilmour das offizielle Ende von Pink Floyd. Nach dem letzten Album The Endless River aus dem Jahr 2014 sagte er: "Ich glaube wir haben erfolgreich das Beste herausgeholt... es ist schade, aber das ist das Ende."

    Foto: Harry Borden / Warner Music

Wenn man sich die Evolution des Rocks anschaut, dann war David Gilmour nicht nur von Anfang an dabei, er hat auch an ebenjener kräftig mitgewirkt. An der Gitarre von Pink Floyd hat er Meilensteine gesetzt und gilt als Pionier des Psychedelic Rock.

Doch der Reihe nach: David Jon Gilmour kam am 06. März 1946 im englischen Camebridge auf die Welt. Seine Eltern - Vater Zoologe, Mutter Lehrerin - waren nicht zwingend musikaffin, doch unterstützten ihn stets, wenn es um Musik ging. So durfte er sich im Alter von acht Jahren seine erste Single kaufen: Bill Haley - "Rock Around The Clock".

Seine Liebe für den Rock'n'Roll war geboren. Mit Elvis und den Everly Brothers entdeckte er schließlich die Gitarre für sich, doch selbst konnte er sich keine leisten. Immerhin lieh sein damaliger Nachbar ihm ein Instrument aus - gesehen hat er es nie wieder. Jede freie Minute verbrachte der kleine David damit, sich Gitarre beizubringen, doch an eine Rockstar-Karriere dachte er bei weitem nicht.

Auch dann nicht, als seine High School-Mitschüler Syd Barrett und Roger Waters die Band Pink Floyd ins Leben riefen. Als die Band mit ihrem Album The Piper At The Gates Of Dawn (1967) ihren ersten Erfolg feierten. Zu jener Zeit trieb er sich in verschiedenen Bluesrock-Bands rum, coverte mal die Beatles, mal alte Soul-Songs - hin und wieder sogar mit Syd Barrett auf der Bühne. Doch nichts allzu ernstes.

Das sollte sich schlagartig ändern, als Pink Floyd-Drummer Nick Mason ihn zu einer Bandprobe einlud. Barrett war nach Drogenmissbrauch und psychischen Problemen kaum wiederzuerkennen und die Band beschloss, dass er zwar Mitglied von Pink Floyd bleiben sollte, doch nicht mehr performen konnte. Gilmour sollte als musikalischer Support mitspielen. Das lief etwa ein Jahr mehr schlecht als recht und Barrett wurde endgültig durch Gilmour ersetzt.

Doch was normalerweise den Zusammenbruch einer Band bedeutete, erwies sich als Startschuss für Pink Floyd. Zum ersten Mal mit der Ausschöpfung seines künstlerischen Potenzials konfrontiert, entpuppte sich Gilmour als großartige Bereicherung. Durch seinen bewussten Einsatz von Effekten prägte er den Sound von Pink Floyd, der mit seinem kongenialen Partner Roger Waters zu wahren Meilensteinen führte. Schon 1970 eroberten Pink Floyd mit dem Album Atom Heart Mother zum ersten Mal die Spitze der Charts. Darauf folgten unter anderem die Meisterwerke The Dark Side of the Moon (1973) und Wish You Were Here (1975).

Leider sollte es nicht so weitergehen. Rodger Waters übernahm immer mehr die Kontrolle über das Songwriting und Auftreten der Band, was einem Kreativkopf wie Gilmour natürlich nach und nach missfiel. Das Fass zum Überlaufen brachte schließlich das 1983er-Album The Final Cut, auf das Waters drucken ließ: "Written by Roger Waters - played by Pink Floyd". Zwei Jahre später war das Kapitel Pink Floyd für Waters beendet und wenn es nach ihm gegangen wäre, auch die Band. Doch Gilmour und Nick Mason schafften es, Pink Floyd am Leben zu erhalten und feierten auch ohne Waters ihre Erfolge.

Heute gilt Gilmour als einer der größten Gitarristen aller Zeiten - gleich zweimal schien es, als ob Pink Floyd am Ende wären - gleich zweimal hat er sie weitergeführt. Dafür feiern wir ihn und auch ihr mit dem ein oder anderen Song in eurer höllisch heißen Hitparade der 666 besten Rock-Songs.

In diesem Sinne: Happy Birthday, David Gilmour!

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