19.04.2020 | Specials It's A Long Way To The Top: Die ersten Gigs der Rockstars

Vor 40 Jahren spielten R.E.M. ihr erstes Konzert unter diesem Namen. Wie es kommen musste, ging einiges schief - doch dabei befinden sie sich in bester Gesellschaft!

Foto: JD554FlickrYves Lorson, CC BY 2.0, Link Ein R.E.M.-Konzert aus dem Jahr 1985 - hier ging es für Michael Stipe und Co. etwas glimpflicher aus!

Das erste Konzert vergisst man nie - auch wenn es nicht perfekt über die Bühne geht. Davon können auch R.E.M. ein Lied singen, die vor 40 Jahren - am 19. April 1980 - ihre erste Show unter diesem Namen spielten. Im 11:11 Kaffee Klub in ihrer Heimatstadt Athens, Georgia.

Um 2 Uhr nachts betraten Michael Stipe und Co. die Bühne - nur eine gute halbe Stunde später, beendete die Polizei das Konzert. Der Grund? Der Club, in dem R.E.M. auftraten, hatte überhaupt keine Lizenz und wurde dementsprechend zwangsgeräumt.

Wie wir heute wissen, hat das die Jungs nicht davon abgehalten zu einer der größten Alternative Bands aller Zeiten zu werden - doch aller Anfang ist nun mal schwer, wie auch andere große Rockstars festgestellt haben.

Wir erzählen euch von den ersten Konzerten der Rockstars:

  • 24. April 1981 Mötley Crüe

    Nach den Reaktionen im Publikum hätten wohl zahlreiche Bands schon nach dem ersten Gig den Schwanz eingezogen – nicht mit Mötley Crüe! Vince Neil erinnert sich: "Die Leute brüllten 'Fickt Euch!' und zeigten uns den Mittelfinger. Dann rotzte mir ein Typ mit AC/DC-Shirt auf meine weiße Lederhose. Ich hab mitten im Konzert die Bühne verlassen und ihm eine Kopfnuss verpasst. Als ich mich umdrehte sah ich nur wie Nikki [Sixx] seinen Bass hochhob und irgendeinem Typen drübergedroschen hat."

  • 08. Juli 1978 Def Leppard

    Wenn eine Band in den Kinderschuhen steckt, versuchen die Mitglieder oft, sich diverse Gesten von ihren Idolen abzuschauen. Sieht gut aus, die Leute fühlen sich an die Großen erinnert, es kann aber auch nach hinten losgehen: So wie bei Def Leppard. Ganz im Stile von The Who-Gitarrist Pete Townshend wollte Steve Clark (R.I.P.) mit den Windmühlen-Bewegungen begeistern. Problem: Er hatte vergessen, seinen Verstärker anzuschalten. Was lernen wir daraus? Beim ersten Konzert mehr auf den Soundcheck achten, als auf die Choreografien!

  • 06. Juni 1985 Guns N'Roses

    Der erste Gig der Gunners lief in der Tat überragend - doch danach ebbte die Erfolgswelle vorerst ab. Nach ihrer Performance im Troubadour in Los Angeles, machten sie sich sofort auf zur ersten Tour entlang der Westküste. Doch sie waren nicht weit gekommen, da machte ihr Auto schlapp. Die restliche Strecke mussten Axl, Slash und Co. trampen, um vor Ort festzustellen, dass sie bei ihrem Konzert nur ein Fünftel der ausgemachten Gage bekamen und der Rest der Tour abgesagt wurde.

  • 14. März 1982 Metallica

    Anaheim, Kalifornien, Rock City Club. Vier Jungs betreten die Bühne vor etwa 200 Leuten, die gespannt auf die erste Performance von Metallica warteten. Die Band legt selbstbewusst mit eigenem Material los, doch schon im ersten Song reist Gitarrist Dave Mustaine eine Saite und man musste zehn Minuten unterbrechen. James Hetfield hätte zwar auch Gitarre spielen können, aber er traute sich damals noch nicht zu, gleichzeitig zu spielen und zu singen.

  • 31.12.1973 AC/DC

    Sie spielten erst ein paar Monate zusammen, Angus Young hatte noch kein Schuljungen-Outfit und der perfekte Sound war noch lange nicht gefunden – dennoch lieferten AC/DC bei ihrem Gig eine astreine Energie-Show ab. Die Zuschauer waren begeistert, nicht aber der Veranstalter! Alle 20 Minuten drehte er der Band den Strom ab, weil sie zu laut waren. AC/DC ließen sich davon natürlich nicht beeindrucken. Es war Silvester und die Partystimmung sowieso am Kochen.

  • 30.01.1973 KISS

    Seit Jahrzehnten begeistern KISS mit bombastischen Shows und tonnenweise Rock-Klassikern ganze Stadien. Wer hätte gedacht, dass diese Legenden mal vor zehn Leuten aufgetreten sind? So geschehen bei ihrem ersten Konzert, für das sie eine Gage von 50 Dollar bekamen. Die Show hat Gene Simmons klargemacht, nachdem ihr erster Manager seinen Job gekündigt hat mit den Worten: "Ihr seid die größte Scheiße, die ich je gehört habe!" 

  • März 1966 The Doors

    Das erste Engagement, das die Doors an Land zogen war im Club The London Fog. Zwar lag dieser direkt am legendären Sunset Strip in Los Angeles, allerdings nicht in der elitären Gegend wie das Whisky a GoGo oder das Roxy. The Doors teilten sich hier die Bühne mit Stripperinnen, alles war voll mit überfüllten Aschenbechern und verschüttetem Bier, wie The Doors-Biograph Rich Weidman schreibt: "Die Kneipe war überfüllt mit Betrunkenen, Prostituierten und anderen kaputten Gestalten." Aber vielleicht führte auch gerade das zum experimentellen, manchmal melancholischen Sound der Band.

  • The Police

    20.10.1978

    Es war zwar nicht das erste Konzert von The Police, aber ihre erste Show in den USA! Im legendären Club CBGB in New York musste die englische Band mit einer schmutzigen Klokabine als Umkleide-Raum vorlieb nehmen. Die Reisekosten über den großen Teich haben sie gerade so zusammengekratzt und ihre Instrumente musste sich das Trio ausleihen. All die Strapazen um vor einem verschwindend geringen Publikum zu spielen - zum Glück rockten Sting und Kollegen so dermaßen, dass bei den Anschluss-Gigs die Hütte voll war. Das entschädigt doch für einiges.

  • The Velvet Underground

    11.12.1965

    Lou Reed und Kollegen begingen den klassischen Weg und feierten ihr Debüt bei einem Schulkonzert. Leider war das Publikum vielleicht nicht das am besten geeignete für The Velvet Underground. Man sagt, das nach dem drei Tracks-starken Set die Hälfte der Besucher (hauptsächlich Schüler und ihre Eltern) den Konzertsaal verlassen hatten. Der erste Song "There She Goes" war zwar ein guter Einstieg, aber "Venus in Furs" und "Heroin", in denen es um Drogen und Sex ging, waren wohl doch eher unangebracht.