11.05.2020 | Specials Rock in Peace, Little Richard: Die Rockwelt reagiert auf den Tod der Rock'n'Roll Ikone

Der "Architekt des Rock'n'Roll" hat die Bühne des Lebens verlassen: Little Richard ist am Wochenende im Alter von 87 Jahren gestorben. Die Rockwelt trauert um eine große Ikone.

"Tutti Frutti" war sein erster großer Hit, seine Live-Shows waren legendär und sein Erbe ist unvergleichlich. Jetzt ist die markante Stimme dieses Rock'n'Roll-Pioniers verstummt: Little Richard ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Er erlag am Samstag den Folgen einer Krebserkrankung. 

Die Rockwelt reagierte geschockt auf die Nachricht seines Todes. Little Richard hat Generationen von Musikern inspiriert und beeinflusst - mit seiner Stimme, seinem Gesang, seinem Klavierspiel, seinem Auftreten, seinem unnachahmlichen Stil, seinem Charisma, seiner Sexualität und seinem Umgang damit, seiner Extravaganz, schlicht: seiner Verkörperung des Rock'n'Roll. Schließlich hatte Little Richard in den 50er Jahren Seite an Seite mit Ikonen wie Chuck Berry oder Fats Domino ein neues Musik-Genre geschaffen. 

So nahmen auch zahlreiche Rockstars Abschied und huldigten ihrem Idol mit Fotos und Erinnerungen. Von Brian May bis zu den Scorpions - einige Reaktionen haben wir hier für euch gesammelt:  

Vom Gospel-Jungen zum omnisexuellen Rebellen

In Macon, Georgia wurde am 5. Dezember 1932 der kleine Richard Wayne Penniman geboren. Da er nie durch besondere Körpergröße auffiel, nannten ihn seine Eltern und zwölf Geschwister bald einfach nur "Little Richard". Schon früh verbanden sich bei ihm der Glaube und die Musik. Angeregt durch die Gospelmusik in den Gottesdiensten, wollte er selbst Priester werden. So war Little Richard zunächst mit seiner Gospelband The Tiny Tots im Auftrag des Herrn unterwegs.

Wegen seiner homosexuellen Neigung, die die Eltern nicht sonderlich gut aufnahmen, verließ Little Richard mit 14 Jahren sein Elternhaus und sammelte Erfahrungen als Musiker. Billy Wright vermittelte ihm seinen ersten Studiotermin, Esquerita brachte ihm das "wilde" Klavierspielen bei und von Earl King erlernte er den kreolischen Blues-Stil. 1955 trat er erstmals mit seinem späteren Label Specialty Records in Verbindung. 20 Singles, sechs EPs und drei Alben veröffentlichte Little Richard dort.

Mit "Tutti Frutti" entwickelte Little Richard sich weg vom R'n'B Sänger zu seinem eigenen Stil. Elemente wie Scatgesang, Travestie und seine Mischung aus Rock'n'Roll, Soul und R'n'B machten Little Richards Musik außergewöhnlich. Künstler wie James Brown profitierten von der Zusammenarbeit mit ihm und konnten sich einiges von seiner sehr anzüglichen Bühnenperformance abschauen, die auch auf nachfolgende Musiker wie Prince oder Freddie Mercury Einfluss hatte.

Die selbsternannte "Queen of Rock'n'Roll" hat vieles von dem vorgelegt, was Künstler damals und heute noch aufgreifen und nachahmen, sowohl musikalisch als auch menschlich. Nicht ohne Grund wurde Little Richard als einer der ersten Musiker in die Rock'n'Roll Hall of Fame aufgenommen. 

Danke für alles, Little Richard und rock in peace!