16.07.2020 | Specials Stewart Copeland: Uhrwerk und Virtuose am Schlagzeug

Er ist ein Virtuose, ein Genie für musikalische Nuancen und trotzdem hielt er den Takt von The Police bis zu deren Auflösung wie ein Uhrwerk - unser Portrait über Stewart Copeland lest ihr hier!

  • Vielleicht sieht er einfach nicht wie ein Rockstar aus - doch Stewart Copeland ist zweifellos einer der besten Rock-Drummer der Geschichte.

    Vielleicht sieht er einfach nicht wie ein Rockstar aus - doch Stewart Copeland ist zweifellos einer der besten Rock-Drummer der Geschichte.

    Foto: Shayne Gray
  • Sein virtuoses und gleichzeitig punktgenaues Schlagzeugspiel trug maßgeblich dazu bei, dass seine Band einer der erfolgreichsten Acts der Post Punk-Ära wurde.


	Foto: Acroterion - Own work, CC BY-SA 4.0, Link

    Sein virtuoses und gleichzeitig punktgenaues Schlagzeugspiel trug maßgeblich dazu bei, dass seine Band einer der erfolgreichsten Acts der Post Punk-Ära wurde.

    Foto: Acroterion - Own work, CC BY-SA 4.0, Link

  • Mit Copeland, Sting und Andy Summers hatten sich zweifellos drei absolute Ausnahmekünstler gefunden - zusammen gründeten sie The Police!

    Mit Copeland, Sting und Andy Summers hatten sich zweifellos drei absolute Ausnahmekünstler gefunden - zusammen gründeten sie The Police!

    Foto: Universal Music
  • Auch wenn sie die Mainstream-Charts aufgrund der fantastischen Kompositionen von Sting enterten - ohne die Energie, die Copeland den Songs an den Drums verlieh, wären The Police wohl nie durchgestartet.

    Auch wenn sie die Mainstream-Charts aufgrund der fantastischen Kompositionen von Sting enterten - ohne die Energie, die Copeland den Songs an den Drums verlieh, wären The Police wohl nie durchgestartet.

    Foto: Universal Music
  • Doch nach dem frühen Ende der Band, konzentrierte sich Copeland auf andere Projekte, wie zum Beispiel Off The Score, das Rock, Jazz, Klassik und vieles mehr kombiniert. 

    Doch nach dem frühen Ende der Band, konzentrierte sich Copeland auf andere Projekte, wie zum Beispiel Off The Score, das Rock, Jazz, Klassik und vieles mehr kombiniert. 

    Foto: Shayne Gray

Wenn man an große Schlagzeuger denkt, fallen einem auf Anhieb John BonhamKeith MoonIan Paice oder Alex Van Halen ein - gefühlt fliegt ein Name aber stets unter dem Radar der Rock-Giganten: Stewart Copeland - und dieses Unrecht muss dringend behoben werden!

Am 16. Juli 1952 kam Stewart Armstrong Copeland in der US-Stadt Alexandria auf die Welt, nur kurz nach seiner Geburt zogen seine Eltern dann wirklich in das Land, aus dem der Name seines Geburtsorts stammt, nach Ägypten. Als CIA-Agent war Copelands Vater lange im Nahen Osten aktiv. 

Die orientalische Musik sollte auch Stewarts Schlagzeugspiel nachhaltig beeinflussen, im Alter von 13 - er lebte in Syrien - begann er, das Instrument zu lernen und fand sich in den komplexen Rhythmuswechseln bestens zurecht. Anfang der 1970er fing er an, in San Diego Musik zu studieren, doch 1975 kehrte er nach England zurück: Ein Glück!

Nach einem Engagement bei der mäßig erfolgreichen Prog Rock-Formation Curved Air, traf er auf Andy Summers und einen gewissen Gordon Sumner - besser bekannt als Sting. Zusammen sollten sie The Police gründen und zu einem der populärsten Acts der Post Punk-Ära werden. Und das, obwohl ihre erste Single "Roxanne" zunächst floppte!

Die Melodien, die aus Sting nur so raussprudelten waren einzigartig, doch Copelands Schlagzeugspiel verliehen den Songs eine Wucht, wie sie keine andere Band hinbekam. Primus-Gründer Les Claypool erzählte einmal: "Jahrelang habe ich versucht, den Drum-Sound von Stewart Copeland hinzubekommen" - hinter das Geheimnis kam er bis 2000 nie. Dann trafen sich die beiden Musiker zum Jammen: "Stewart hat sich an dieses Schlagzeug gesetzt, mit total alten Becken und Fellen... und plötzlich war dieser Sound da. Mir wurde klar, dass es an ihm liegt, wie er die Trommeln attackiert, wie er spielt."

Leider sollte die Karriere von The Police nicht lange dauern. Innerhalb von fünf Jahren hauten die Wahnsinns-Musiker satte fünf Alben raus und tourten mit Hits wie "Every Breath You Take", "Message In A Bottle", "Don't Stand So Close To Me" und vielen vielen mehr um die ganze Welt. Doch der Druck und der Aufwand ging nicht spurlos an den Mitgliedern vorbei - vor allem Copeland und Sting redeten kaum ein Wort mehr miteinander. Das letzte Album Synchronicity erschien 1983, nach der darauffolgenden Tour war Schluss.

Dem Rolling Stone erklärte Stewart Copeland später, dass es weniger mit dem Bandzoff zu tun hatte, dass The Police auseinandergingen. "Wir wollten alle drei raus aus diesem goldenen Käfig". Zu dieser Zeit hatte er sich bereits als Filmkomponist etabliert für Werke wie "Rumble Fish", "Wall Street" und "Talk Radio". Auch ohne The Police blieb er ein Ausnahmemusiker!

Zum 30-jährigen Jubiläum ging das Trio noch einmal auf Tour - im August 2008 lösten sie sich offiziell auf. Ein Jammer für alle, die auf neue Musik hofften, ein Segen für Stewart Copeland, der sich musikalisch in allen Genres austobte. 2013 feierte sogar eine von ihm mitgeschriebene Oper Premiere, zuletzt war er mit dem Babelsberger Filmorchester auf Tour.

Für so viel musikalischen Eifer und nicht zuletzt für das gewisse Etwas, ohne das The Police wohl nie erfolgreich geworden wäre, feiern wir Stewart Copeland auch heute noch - mit dem passenden Sound auf ROCK ANTENNE Hamburg!

Trommelt mal hier rein: