Marilyn Manson

Marilyn Manson (* 5. Januar 1969 in Canton, Ohio, als Brian Hugh Warner) ist ein US-amerikanischer Musiker, Künstler, Sänger, Schauspieler und Mitgründer der gleichnamigen Rockband Marilyn Manson.

Biografie

Brian Hugh Warner wurde als Sohn von Barbara (Mädchenname: Wyer, verstorben im Mai 2014) und Hugh Warner (verstorben 8. Juli 2017) in Canton, Ohio, geboren. Sein Vater hatte als Hubschrauberpilot im Vietnamkrieg gedient und arbeitete später als Möbelverkäufer, seine Mutter als Krankenschwester. Er besuchte die Heritage Christian School, eine streng christliche Privatschule, später eine öffentliche Schule. Laut Mansons offizieller Autobiografie The Long Hard Road Out of Hell war diese Zeit sehr prägend für ihn und beeinflusste seine religiösen und politischen Ansichten beträchtlich. Schon in seiner Schulzeit tauchte der Begriff des „Anti-Christen“ häufig auf und ist in seiner späteren Zeit als Musiker besonders oft wiederzufinden. Früh entwickelte Manson eine Vorliebe für Hard-Rock, durch das 1977 erschienene Album Love Gun wurde Brian Warner Fan der Rockband KISS und Mitglied in deren Fanclub Kiss Army. Das erste Rockkonzert, das Warner zusammen mit seinem Vater besuchte, war 1977 ein Konzert von Kiss. Bilder zeigen den jungen Manson auch geschminkt als Peter Criss.

In der Schule verdiente er sich Geld dazu, indem er unerlaubt mit Tonträgern und Süßigkeiten handelte. Eine Reihe von Ereignissen führte dazu, dass der junge Warner tiefen Groll gegen seine streng religiöse Schule Heritage Christian School entwickelte und am Ende vieles tat, um die Schulleitung zu provozieren und von der Schule suspendiert zu werden. Nach eigenen Angaben fand er schon früh daran Gefallen, aufzufallen und sich in den Köpfen der Menschen einzuprägen. Im Schulunterricht unternahmen seine Lehrer den Versuch, anhand von Beispielen wie Led Zeppelin, Black Sabbath und Alice Cooper zu demonstrieren, welche unterschwelligen satanischen Botschaften diese Rockmusiker verbreiten, wenn man deren Schallplatten rückwärtslaufen lässt. In seiner erstmals 1998 erschienenen Autobiographie The Long Hard Road out of Hell schreibt Brian Warner: „Die extremste Musik mit der satanischsten Message war gerade gut genug für mich, allein schon deshalb, weil sie verboten war.“ An anderer Stelle schildert Warner in dem Buch: „Sex, Drogen, Rockmusik, das Okkulte: Danach musste ich nicht mehr suchen. Es hatte mich längst erreicht und mich in seinen Bann gezogen.“ Darüber hinaus verkaufte Warner, inspiriert von dem Mad-Magazin, unerlaubterweise eine selbst verfasste und gedruckte Satirezeitschrift namens Stupid, in der Kotstudien und eine gezeichnete Sexspielzeug-Abenteuer-Ausrüstung standen, auf dem Schulhof für 25 Cent das Exemplar, sowie eigens aufgenommene Kassetten mit Ulk-Telefonanrufen von ihm und seinem Cousin Chad. Als Jugendlicher verspürte Brian Warner einen inneren Drang zu selbstverletzendem Verhalten, weshalb er sich mit einem Taschenmesser die Unterarme aufritzte. Neben seinen zahlreichen Tätowierungen ist sein Körper deshalb von etlichen Narben aus dieser Zeit übersät.

Da sein Vater Hugh Warner, der zu den Ranch Hands gehörte, als Soldat im Vietnamkrieg mit großen Mengen des für den Kampfeinsatz verwendeten Entlaubungsmittels Agent Orange in Berührung gekommen war, mussten er und Brian, als sein leiblicher Nachkomme bis zum Ende des Teenageralters, sich jährlich medizinisch auf gesundheitliche Folgeschäden untersuchen lassen. Aufgrund eines Kriegstraumas wachte sein Vater häufig nachts aus dem Schlaf auf und zertrümmerte Gegenstände im Wohnhaus. In einer Grube, die sich in der Nähe des elterlichen Hauses befand, brachte Hugh Warner seinem Sohn Brian das Schießen mit einem Gewehr bei, das er einst einem toten Vietkong-Soldaten entrissen hatte.

Nachdem er mit seinen Eltern nach Fort Lauderdale, Florida, umgezogen war, besuchte er das Broward Community College, um dort Journalismus und Theater zu studieren. Bevor er die Band Marilyn Manson gründete, deren ursprünglicher Name Marilyn Manson and the Spooky Kids lautete, schrieb er Gedichte und Kurzgeschichten und war als Musikjournalist beim Magazin 25th Parallel tätig. Wirtschaftlich konnte dieses Magazin nur überleben, indem die beiden Herausgeber die Musikplatten, die das Magazin als kostenlose Rezensionsexemplare von Plattenfirmen zugeschickt bekam, weiterverkaufte und mit dem Erlös die Verlagskosten beglich. Als Reporter interviewte Warner etliche Rockmusiker wie Debbie Harry, die Red Hot Chili Peppers, den Punk-Manager Malcolm McLaren und Trent Reznor von Nine Inch Nails, lange bevor Brian Warner als aktiver Musiker mit Reznor eine Kollaboration einging, und seine Idole von KISS. Er selbst sagte, dass einige dieser Interviews sehr enttäuschend und desillusionierend für ihn waren, da ihm klar wurde, wie unecht vieles im Musikgeschäft sei und dass die meisten Rockmusiker nichts zu sagen hätten.

1994 erschien mit Portrait of an American Family das Debütalbum unter dem Bandnamen Marilyn Manson. Im selben Jahr wurde Warner von Anton Szandor LaVey zum Ehrenmitglied der Church of Satan ernannt.

Während der Aufnahmen zum Album „Mechanical Animals“ (1998) begann Marilyn Manson auch zu malen und seine Bilder in Ausstellungen zu präsentieren. Warner spielte 1997 im David-Lynch-Film Lost Highway eine Rolle, 1999 in Der zuckersüße Tod, 2003 in Party Monster, 2004 in The Heart Is Deceitful Above All Things, 2005 Living in Neon Dreams und 2006 in Rise. Bereits im Jahr 2002 war er darüber hinaus in Michael Moores Dokumentarfilm Bowling for Columbine zu sehen. Weitere Film- und Fernsehrollen folgten. 2010 stellte Marilyn Manson seine Aquarelle im „project space“ der Kunsthalle Wien aus. 2014/2015 folgte im Flatz-Museum in Dornbirn die Ausstellung „Autopsie: Arbeiten auf dünnem Papier“. Eine zentrale Arbeit bildete hier Mansons Porträt der 1947 in Los Angeles grausam ermordeten Elizabeth Short, die als „Black Dahlia“ mehrere Krimi-Autoren und Filmregisseure inspiriert hat.

Marilyn Manson war von 1998 bis 2001 mit Rose McGowan verlobt. Am 3. Dezember 2005 heiratete Warner seine langjährige Freundin Dita Von Teese auf dem irischen Anwesen von Gottfried Helnwein, jedoch reichte Von Teese am 29. Dezember 2006 die Scheidung ein. Danach war Warner mit der Schauspielerin Evan Rachel Wood liiert. Das Paar trennte sich zunächst im November 2008 und endgültig im August 2010. Warner heiratete 2020 die Fotografin Lindsay Usich.

Im April 2001 kam Jennifer Syme, die damalige Freundin von Keanu Reeves, bei einem Autounfall nach einer Party bei Marilyn Manson ums Leben. Ein Jahr danach erhob ihre Mutter am 2. April 2002 in Los Angeles Klage gegen Marilyn Manson. Der Musiker habe sie mit Drogen versorgt und anschließend Auto fahren lassen, so der Vorwurf. In einer ersten Stellungnahme wies Manson die Klage als unbegründet zurück. Seine Anwälte bereiteten eine Gegenklage wegen übler Nachrede vor. Über sein Label Posthuman Records nahm Manson zu den Vorwürfen Stellung: „Nachdem Jennifer von einem ausgesuchten Fahrer sicher nach Hause gebracht wurde, hat sie sich später aus nur ihr bekannten Gründen hinter das Steuer ihres Wagens gesetzt. Ihr Tod ist traurig und tragisch.“ Er trage dafür jedoch keine Verantwortung. Die Polizei hatte im Wagen der Verstorbenen Drogen und Medikamente gefunden. Laut den Behörden wurde in den Beipackzetteln der Arzneien ausdrücklich auf eine mögliche Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit hingewiesen. In Symes Blut wurde zudem ein hoher Gehalt an Kokain festgestellt. Zusätzlich sei die junge Frau auf der Rückfahrt zu Mansons Party nicht angeschnallt gewesen.

2007 lancierte Warner in Zusammenarbeit mit der Destillerie Matter-Luginbühl AG in der Schweiz einen Absinth, an dessen Entwicklung er maßgeblich teilnahm und dem er den Namen Mansinthe gab. Auf der San Francisco World Spirits Competition, einem weltweiten Wettbewerb für Schnäpse und Liköre, gewann dieser Absinth 2008 eine Goldmedaille.

Ab 2008 plante Warner die Dreharbeiten für den Film Phantasmagoria, bei dem er als Regisseur und Hauptdarsteller agieren sollte. Der Film sollte vom Mathematiker Lewis Carroll handeln, der durch sein Buch Alice im Wunderland bekannt ist. 2015 erklärte Manson auf der Plattform reddit.com, dass das unfertige Filmprojekt trotz eines erschienenen Trailers eingestellt wurde.

Ende 2014 veröffentlichte Emigrate auf dem Album Silent So Long ein Duett mit Marilyn Manson mit dem Titel Hypothetical. Im Oktober desselben Jahres veröffentlichte Marilyn Manson mit Third Day Of A Seven Day Binge als kostenlosen Download den ersten Vorboten des neunten Studioalbums The Pale Emperor. Am 16. Dezember 2014 erschien die offizielle Lead-Single des Albums, Deep Six. The Pale Emperor erschien im Januar 2015, gefolgt von der The Hell Not Hallelujah Tour. Auch im Folgejahr spielte Manson regelmäßig Konzerte, darunter eine Co-Headliner-Tour mit Slipknot. Im Sommer 2016 kündigte Marilyn Manson bei der Verleihung der Alternative Press Music Awards 2016 (er selbst gewann einen "Icon-Award") sein zehntes Studioalbum SAY10 für den Valentinstag 2017 an. Das Album wurde nicht am 14. Februar 2017 veröffentlicht und auch in den folgenden Wochen äußerte sich Manson nicht konkret zum Erscheinen des Albums. Es erschien letztlich am 6. Oktober 2017 mit dem Namen Heaven Upside Down.

Quelle: Wikipedia.org