Neil Young

Neil Percival Young, OC, OM (* 12. November 1945 in Toronto), ist ein kanadischer Musiker, Singer-Songwriter und Filmemacher. Seit Januar 2020 besitzt er zusätzlich die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.

Neil Youngs Karriere begann 1966 mit der Band Buffalo Springfield, und seine Musik umfasst zahlreiche Genres wie beispielsweise Rock-, Grunge-, Country- und Folkmusik. In den mehr als 50 Jahren seines Schaffens gewann er zweimal den Grammy und wurde auch zweimal (solo und mit Buffalo Springfield) in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. So wird er einerseits als bedeutender Folkmusiker und andererseits als „Godfather of Grunge“ verehrt.

Young tritt u. a. mit der Band Crazy Horse, aber auch als Solokünstler und mit vielen anderen Künstlern auf, insbesondere mit Crosby, Stills, Nash (& Young). Sein kommerziell erfolgreichster Titel ist Heart Of Gold.

Bislang hat er 42 Studioalben, 22 Livealben, 2 EPs und 4 Soundtracks veröffentlicht. Neben diversen Kompilationen und Box-Sets erschienen zusätzlich noch 3 Studioalben mit Buffalo Springfield, 3 Studio- und 3 Livealben mit Crosby, Stills, Nash & Young sowie 1 Studioalbum mit The Stills-Young Band. (Stand: 26. März 2021)

Leben

Kindheit

Neil Young wurde 1945 in Toronto als Sohn von Scott Young (1918–2005) und dessen Frau Rassy Ragland geboren. Sein Vater war ein angesehener Sportjournalist und Autor zahlreicher Bücher, unter anderem von Neil & Me (1984) über die Beziehung zu seinem Sohn. Young verbrachte seine ersten Jahre in Omemee, einer ländlichen Gemeinde in Kawartha Lakes in der Provinz Ontario.

Im Jahr 1951 erkrankte Neil Young als Fünfjähriger an Kinderlähmung. Seine linke Körperhälfte wurde bleibend geschädigt, was ihm bis heute einen leicht schleppenden Gang beschert. Die Erinnerungen an diese Zeit verarbeitete er später in dem Song Helpless. Ab Mitte der 1960er Jahre kamen die Erkrankungen Epilepsie und Diabetes hinzu. Er verbrachte ein Jahr in New Smyrna Beach in Florida, um sich zu erholen.

Als er zwölf Jahre alt war, ließen sich seine Eltern scheiden. Daraufhin zog er mit seiner Mutter nach Winnipeg, Manitoba, der ursprünglichen Heimat ihrer Familie. Scott Young hatte aus zwei weiteren Ehen noch fünf Töchter, darunter die Singer-Songwriterin Astrid Young (* 1962), die 1992 auf dem Album Harvest Moon und bei diversen Live-Auftritten gesungen hat. Zu Weihnachten 1958 bekam er eine Ukulele geschenkt. Später begann er Banjo zu spielen. Beeinflusst von Hank Marvin von The Shadows wechselte er zur Gitarre.

Bis 1968: Erste Jahre und mit Buffalo Springfield

Anfang der 1960er Jahre spielte der die Highschool besuchende Young in verschiedenen lokalen Bands (z. B. The Jades) in Winnipeg. Dabei nahm er auch einige Songs auf – so erschien 1963 die Single The Sultan / Aurora mit der Gruppe The Squires. Beide Songs waren, wie auch die meisten Lieder, die der Teenager Neil Young in jener Zeit schrieb, Instrumentals und am Sound seiner Vorbilder The Shadows orientiert. Im Oktober 1965 traf er in Winnipeg Joni Mitchell, mit der ihn fortan eine Freundschaft verband. 1973 widmete Young ihr sein Lied „Sweet Joni“. In den Folgejahren bis 1966 entwickelte er sich langsam zum Folkinterpreten, und es gab immer wieder Studioaufnahmen, sowohl solo als auch mit The Squires in Kanada und mit den Mynah Birds (mit Rick James) in den USA, wo Young vor allem in New Yorker Folk-Cafés auftrat, die aber seinerzeit allesamt unveröffentlicht blieben.

Nachdem seine Auftritte und Aufnahmen nicht von Erfolg gekrönt waren, zog er nach einem kurzen Aufenthalt als Solokünstler in Toronto 1966 nach Los Angeles, wo er bald darauf unter anderem mit Stephen Stills, den er bereits in New York kennengelernt und mit dem er bei The Mynah Birds gespielt hatte, und Richie Furay die Band Freeway Traffic Jam gründete, woraus später die Band Buffalo Springfield wurde, für die er bekannte Stücke wie Mr. Soul, Broken Arrow und On the Way Home schrieb. Buffalo Springfield wurde schnell zu einer führenden Band in der aufstrebenden Folk-Szene in Kalifornien Mitte der 1960er Jahre und spielte die erfolgreichen Alben Buffalo Springfield (1966) und Buffalo Springfield Again (1967) ein. Nach dem dritten Album Last Time Around (1968) löste sich die Band wegen andauernder Streitigkeiten unter den Bandmitgliedern auf. Neil Young zog es vor, von nun an alleine Karriere zu machen. 1997 wurde Buffalo Springfield inklusive Neil Young in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen.

1968–1981: Solo, mit Crazy Horse und mit CSNY

Ende 1968 nahm Young sein erstes Soloalbum Neil Young auf, das im Januar 1969 erschien, und tourte mit seinen Songs 1969 durch Nordamerika. Kurz darauf gründete er mit den drei Musikern Danny Whitten (Gitarre und Gesang), Billy Talbot (Bass) und Ralph Molina (Schlagzeug) aus der Band The Rockets die Gruppe Neil Young & Crazy Horse. Es erschien ihr erstes gemeinsames Album Everybody Knows This Is Nowhere. Das Album platzierte sich ausgesprochen gut in den US-Billboard-200 Charts. Neben der erfolgreichen Single Cinnamon Girl enthält es auch die Rockklassiker Down By The River und Cowgirl in the Sand, mit denen er seine lang ausufernden Gitarrensoli berühmt machte. Heute wird es von vielen als das erste Grunge-Rock-Album der Geschichte bezeichnet.

Außerdem spielte er mit Crosby, Stills & Nash, so auch bei deren zweitem gemeinsamen Auftritt vor geschätzten 400.000 Menschen beim Woodstock-Festival. Er schloss sich dem Trio erstmals für kurze Zeit an und veröffentlichte mit ihnen 1970 das erfolgreiche Album Déjà Vu sowie ein Jahr darauf das Livealbum 4 Way Street. Für Crosby, Stills, Nash and Young (CSNY) schrieb er in dieser Zeit u. a. den Klassiker Helpless sowie Country Girl und den Protestsong Ohio, der die Tötung von vier unbewaffneten Studenten durch die Nationalgarde zum Thema hat und nur wenige Wochen nach dem Ereignis als Single veröffentlicht wurde. Young schrieb den Text angeblich in wenigen Stunden, nachdem er ein Foto von dem Massaker gesehen hatte. Fast zeitgleich nahm er unter Mitwirkung von Nils Lofgren, Stephen Stills, Greg Reeves (* 1955) und Crazy Horse mit After The Gold Rush (1970) ein weiteres Soloalbum auf, das zu seinem ersten auch in Europa von Erfolg gekrönten Album wurde. Mit einer Songauswahl zwischen Sanftheit, z. B. dem Titelsong After The Gold Rush, und dem rockigen Southern Man war das Album stilistisch sehr gemischt.

1971 musste sich Neil Young einer Rückenoperation unterziehen, die als Spätfolge seiner Polioinfektion von 1951 nötig war. In dieser Zeit schrieb er seinen größten Hit Heart of Gold. Der Song wurde 1972 auf seinem bis heute meistverkauften Album Harvest veröffentlicht, das auch die Folk-Klassiker Old Man und The Needle and the Damage Done beinhaltet.

Neil Young bewies im Laufe der Jahre eine große musikalische Wandlungsfähigkeit, die sich auch in der Vielzahl seiner Veröffentlichungen manifestierte. Er spielte Folk und Country im steten Wechsel mit Rockmusik oder mit experimentellen Alben. So erschien noch im selben Jahr wie Harvest das Soundtrack-Album Journey Through the Past zu seinem gleichnamigen etwas verworrenen Spielfilm. Zu der Zeit gründete er auch seine Filmproduktionsfirma Shakey Pictures, mit der er bis heute seine Filme dreht. Ein Jahr später erschien dann das rocklastige Album Time Fades Away (1973) aus Konzertmitschnitten. Das Album zeigt wiederum ein anderes Gesicht Youngs und ist weit weniger kommerziell ausgerichtet, obwohl Harvest und Time Fades Away mit derselben Begleitband, The Stray Gators, eingespielt wurden.

Die depressive Stimmung, die in den nächsten Jahren seine Musik dominierte, rührte zum großen Teil vom Tod des Roadies Bruce Berry von Crazy Horse und des Crazy-Horse-Gitarristen und Sängers Danny Whitten her, die beide mit ihm befreundet waren und infolge einer Heroinvergiftung starben. Auf dem bereits 1973 fertiggestellten, aber erst 1975 erschienenen Album Tonight’s the Night verarbeitete er diese Erlebnisse. Die meisten Songs entstanden, als sich Neil Young, Ben Keith, Nils Lofgren, Billy Talbot und Ralph Molina mehrere Tage in ein Aufnahmestudio zurückzogen und stark alkoholisiert die Lieder einspielten. Dazwischen (1974) war mit On the Beach ein ebenso düsteres Album erschienen. Dagegen stand aber eine gutgelaunte, extrem erfolgreiche Tour mit Crosby, Stills, Nash & Young im selben Jahr. Eine Live-Box dazu erschien erst 40 Jahre später unter dem Titel CSNY 1974.

1975 wurde das zweite Album mit Crazy Horse veröffentlicht. Bei Zuma, das insbesondere durch das Stück Cortez the Killer bekannt wurde, ersetzte Frank „Poncho“ Sampedro den verstorbenen Danny Whitten an der zweiten Gitarre. Nach dem gemeinsamen Album Long May You Run (1976) mit Stephen Stills unter dem Namen The Stills-Young Band, kam es 1977 zur Veröffentlichung von American Stars ’n Bars, das mit Like a Hurricane seinen bekanntesten Rocksong beinhaltet, den er bis heute auf vielen Konzerten mit langen Gitarrenimprovisationen darbietet. Anschließend schloss er mit der Veröffentlichung der Compilation Decade die ersten zehn Jahre seines Schaffens (1966–1976) ab.

Das Album Comes a Time bot 1978 wieder den Harvest-Sound. Die 1970er Jahre beendete er 1979 mit dem umjubelten Album Rust Never Sleeps, auf dem die A-Seite akustisch und die B-Seite verzerrt und krachend mit Crazy Horse eingespielt wurde – es beginnt leise mit My My, Hey Hey (Out of the Blue) und endet mit der Johnny Rotten gewidmeten Hymne Hey Hey, My My (Into the Black). Die LP Rust Never Sleeps, worauf sich auch der ursprünglich von Young Lynyrd Skynyrd angebotene Song Powderfinger befindet, wurde vom Rolling Stone zum Album des Jahres gekürt. Ergänzend dazu gab es im selben Jahr das Live-Doppelalbum Live Rust und den Film Rust Never Sleeps, aufgenommen im Cow Palace in San Francisco. Bei diesem Konzertfilm führte Neil Young als Bernard Shakey selbst Regie. Dieses Pseudonym verwendet er seitdem auch bei vielen anderen Filmen.

Nachdem er für die Filmsatire Where the Buffalo Roam (1980, dt. Blast – Wo die Büffel röhren) mit Bill Murray den Soundtrack zusammenstellen durfte und auch ein paar eigene Klangkompositionen hinzufügte, begann für ihn eine Phase des Experimentierens, eingeläutet mit dem von vielen Fans als patriotisch beargwöhnten, kurz vor den Präsidentschaftswahlen 1980 veröffentlichten Album Hawks and Doves, bei dem er erneut in Anlehnung an Bob Dylans Bringing It All Back Home eine Seite akustisch, die andere rockig, hier im Country-Rock-Stil, einspielte. 1981 folgte ein weiteres Crazy-Horse-Album, Re·ac·tor, das, in die damalige Kernkraftdiskussion eingreifend, mit futuristischem Design und zum Teil kruden Liedtexten (Got mashed potatoes/ain’t got no T-Bone) weniger erfolgreich war.

1982–1987: Jahre der Krise – die „Geffen-Ära“

1982 wechselte Neil Young zu Geffen Records, für die er bis 1987 fünf Alben aufnahm, die unter Kritikern und Fans viel Missfallen erregten. Zunächst erschien 1982 das Album Trans, das eines seiner Lieblingswerke sein soll, jedoch viele seiner Anhänger irritierte. Er kreierte einen Synthesizer-Sound, der ganz bewusst von der deutschen Elektro-Band Kraftwerk beeinflusst war. Seine Stimme ließ er auf einigen Stücken durch einen Sennheiser VSM 201-Vocoder verfremden. Young erklärt in seiner Autobiografie, er habe das Album ohne kommerzielle Interessen für seinen Sohn produziert, der an Infantiler Zerebralparese mit Kommunikationsstörungen leidet. Im selben Jahr wurde er in die Canadian Music Hall of Fame aufgenommen.

1983 legte Young mit Everybody’s Rockin’ ein mit einer Begleitband namens The Shocking Pinks eingespieltes Rockabilly-Album im Stil der 1950er Jahre vor, das ihm endgültig den Vorwurf der Richtungslosigkeit eintrug. Es folgten 1985 das Country-Album Old Ways und 1986 mit Landing on Water ein weiteres Synthesizer-Album. 1985 rief er gemeinsam mit John Mellencamp und Willie Nelson das Festival Farm Aid zugunsten in Not geratener Farmer ins Leben, das seither regelmäßig mit großem Staraufgebot veranstaltet wird.

Youngs letztes für Geffen Records eingespieltes Album Life – wieder mit Crazy Horse – erschien 1987 und wurde von Kritik und Fans überwiegend als Aufwärtstrend wahrgenommen, weil vor allem die Stücke Inca Queen und When Your Lonely Heart Breaks an Youngs Stil von vor 1982 anknüpften. Finanziell wurde das Jahrzehnt für Young jedoch zum Misserfolg. Geffen Records warf ihm ab 1982 vor, seine Musik sei „uncharakteristisch“ für ihn und daher finanziell erfolglos, was zu einem langwierigen Prozess zwischen der Plattenfirma und dem Künstler führte, in dessen Folge Young zurück zu Reprise Records wechselte.

1988–1997: „Godfather of Grunge“

Das erste Album bei Reprise Records, das Rhythm-and-Blues-Album This Note’s for You (1988), führte Young wieder auf den erfolgreichen Weg zurück, trotz abermaliger Erweiterung seines Stil-Repertoires. Aus dem Album wurde der Titelsong ausgekoppelt. Das dazu gedrehte Video wurde von MTV boykottiert, weil es Parodien auf Werbung mit Michael Jackson, Whitney Houston und anderen enthielt. Später wurde die Entscheidung revidiert. Dennoch war es eine Überraschung, als das Video bei den MTV Video Music Awards 1989 den Hauptpreis gewann. Noch im selben Jahr löste er ein Versprechen ein, dass er mit Crosby, Stills, Nash & Young wieder ein Album aufnehmen würde, wenn David Crosby von seiner Drogensucht befreit sei. So entstand American Dream, das zweite Studioalbum der Gruppe nach 19 Jahren.

Mit dem Erfolgsalbum Freedom (1989) knüpfte er an die Zeiten von Rust Never Sleeps an. Einige Songs waren zuvor schon im selben Jahr auf der EP Eldorado veröffentlicht worden. Freedom mischte Country/Folk-Songs mit harten Rocksongs. Das Lied Rockin’ in the Free World, das zu Beginn akustisch und zum Ende des Albums elektrisch dargeboten wurde, wurde zur Hymne jener Zeit, weil es meisterhaft die sozialen Missstände in den USA anspricht.

Neil Young wurde von mehreren Bands z. B. aus der Grunge-Szene, darunter Pearl Jam oder Nirvana, aber auch von z. B. Sonic Youth als ein maßgeblicher Einflussgeber bezeichnet. Später auch als „Godfather of Grunge“ tituliert, veröffentlichte er mit seiner Hausband Crazy Horse 1990 das rockige Ragged Glory, bei dem die Musiker wieder zu alter Form aufliefen. Zudem war das Album mit zwei neuaufgenommenen Kompositionen aus der Mitte der 1970er Jahre bestückt (Country Home, White Line). Der Nachfolger war das nicht minder rocklastige Livealbum Weld (1991), das zusätzlich mit einer CD namens Arc mit Feedback, Gitarrenkrach und Songfetzen erhältlich war, Youngs Reverenz an die experimentale Rockmusik. Hierzu wurde er wiederum auch von Sonic Youth inspiriert. Mit Weld protestierte Young gegen den zweiten Golfkrieg. So ließ er originalen Kriegsdonner ertönen und präsentierte auf der Videowand eine Aufnahme von einem ölverschmierten Vogel.

Im Oktober 1992 folgte die Veröffentlichung von Harvest Moon, bei dem er sich wieder ruhigerem Country und Folk zuwandte. Das Album wurde zu Teil 2 der so genannten Harvest-Trilogie erklärt, die 1972 mit Harvest begonnen hatte. Als Begleitband hat er auch die Band von einst, The Stray Gators, wieder aktiviert. Das Titellied Harvest Moon wurde auch erfolgreich als Single ausgekoppelt. Auf diesem Album sang auch seine Halbschwester Astrid Young mit.

Anfang 1993 veröffentlichte Neil Young die Compilation Lucky Thirteen für sein ehemaliges Label Geffen Records. Hierzu war er in Folge eines Rechtsstreits vertraglich gezwungen. Dennoch gab er sich alle Mühe, eine außergewöhnliche Songauswahl mit veröffentlichten und unveröffentlichten Songs, alternativen Versionen und bisher unbekannten Live-Versionen aus der Geffen-Ära zusammenzustellen.

Musikalisch in eine ähnliche Richtung wie Harvest Moon geht das erfolgreiche Album Unplugged (1993), das auch The Needle and the Damage Done aus Harvest enthält und mit dem er im Rahmen einer MTV-Serie erstmals eines seiner zahlreichen Akustik-Konzerte, die er schon seit Karrierebeginn machte, veröffentlichte. 1994 wurde Young für seinen Beitrag zum gleichnamigen Film Philadelphia (1993) für einen Oscar nominiert, den allerdings Bruce Springsteen für den Song Streets Of Philadelphia aus demselben Film gewann.

Kurt Cobain war ein großer Verehrer von Neil Young und hatte ihn vor seinem Suizid in seinem Abschiedsbrief mit der Textzeile „It’s better to burn out than to fade away“ zitiert, die im Original aus dem Akustiksong My My, Hey Hey (Out of the Blue) stammt und gelegentlich auch live bei der Rockversion des gleichen Songs Hey Hey, My My (Into the Black) gesungen wird. Young verarbeitete Cobains Tod dann in dem Crazy-Horse-Album Sleeps With Angels (1994) und widmete ihm den Titeltrack.

Für das nächste Album Mirror Ball (1995) tat er sich mit der Grunge-Rock-Band Pearl Jam zusammen. Das Ergebnis war ein wuchtiges Rock-Epos mit einem frischen Sound, das ihn für eine jüngere Generation interessant machte (der Bandname Pearl Jam durfte aus rechtlichen Gründen nicht auf der CD genannt werden). Im Gegenzug war Neil Young dann auf der Pearl-Jam-Single Merkinball an der Gitarre und der Orgel zu hören. Die Songs I Got Id und Long Road entstanden in der gleichen Aufnahmesession wie Mirror Ball. Ebenfalls 1995 wurde Young in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen.

Im selben Jahr fand auch eine Kooperation mit dem Independent-Filmer Jim Jarmusch statt, für dessen Film Dead Man Young den Soundtrack in Form von elektrischen Gitarrenimprovisationen beisteuerte. Das gleichnamige Album folgte Anfang 1996. In den folgenden Jahren erschienen zwei weitere Crazy-Horse-Alben. Das Studioalbum Broken Arrow (1996) und das Livealbum Year of the Horse (1997), das als eine Art Teil zwei von Weld empfunden wird, weil es musikalisch ähnlich gelagert ist und trotzdem keinen Song des Albums beinhaltet. So fanden aber Klassiker wie When You Dance I Can Really Love und Danger Bird den Weg aufs Album. Der etwa zeitgleich entstandene Film Year of the Horse von Jim Jarmusch porträtiert Young und Crazy Horse und zeigt diverse Konzertaufnahmen.

1999–2008: Reunion von CSNY und politische Alben

1999 kam ein weiteres CSNY-Album, Looking Forward, heraus. Einige Stücke, die Young dafür geschrieben hatte, waren ursprünglich für sein ruhiges Solo-Folkalbum Silver & Gold (2000) gedacht. Ein weiteres Livealbum aus diesem Jahr 2000, Road Rock V. I, enthält eine 18-Minuten-Version des Klassikers Cowgirl in the Sand und eine Adaption des Dylan-Klassikers All Along the Watchtower (mit Gastsängerin Chrissie Hynde).

Auch der 11. September 2001 beeinflusste Young: Beim Konzert America: A Tribute to Heroes spielte er solo am Klavier das John-Lennon-Stück Imagine und begleitete Pearl Jams Eddie Vedder und Mike McCready bei ihrer Interpretation des Songs Long Road. Auf seinem Album Are You Passionate? (2002) beschäftigte er sich zudem in dem Stück Let’s Roll, das er bereits kurz nach den Anschlägen schrieb, mit den Vorgängen im vierten 9/11-Terrorflugzeug, dem United-Airlines-Flug 93, das mutmaßlich auf das Weiße Haus oder das Kapitol abstürzen sollte. Mehrere Insassen griffen die Entführer an und brachten das Flugzeug auf offenem Gelände zum Absturz.

2003 wurde das Crazy-Horse-Album Greendale veröffentlicht, ein Konzeptalbum, das zuvor auf einer Solotour in Europa und einer Crazy-Horse-Tour in Nordamerika komplett live gespielt wurde. Die Geschichte spielt in einer fiktiven Kleinstadt, in der die Familie Green in allerlei Turbulenzen verwickelt wird. Es geht um Kriminalität von Korruption bis hin zum Mord, von aufdringlichen Boulevardmedien bis hin zur Umweltschutzproblematik. Zunächst als Doppel-CD mit einem Live-Solokonzert aus Dublin ergänzt, erschien das Album ein Jahr später nochmal in einer zweiten Edition mit Making-of und Aufnahmen mit Crazy Horse. Die Story ist auch als Spielfilm, bei dem die Musiker und Young selbst die Darsteller sind, veröffentlicht worden. Ebenso wie Greendale erschien 2004 auch das Compilation-Album Greatest Hits auf Wunsch des Vinyl-Fans Young in dieser wieder zunehmend populären Form. Es verkaufte sich ausgesprochen gut und erreichte sogar in Deutschland Platin-Status.

Im April 2005 wurde Young wegen eines Hirnaneurysmas behandelt. Das noch kurz vor seiner Operation in Nashville aufgenommene Country-Album Prairie Wind kam Ende September 2005 heraus, zusammen mit einer DVD über die Produktion des Albums. Prairie Wind schließt stilistisch und thematisch an Harvest und Harvest Moon an und bildet somit den Abschluss der Harvest-Trilogie. Im folgenden August wurden Lieder des Albums zusammen mit älteren Songs im Ryman Auditorium in Nashville live aufgeführt. Aus den Aufnahmen entstand der Film Neil Young: Heart Of Gold von Jonathan Demme. Mit Prairie Wind begann die erneute Zusammenarbeit mit den Musikern Chad Cromwell und Rick Rosas (wie schon 1988 bei This Note’s For You und 1989 bei Eldorado und Freedom), die dann zusammen mit Anthony Crawford, Larry Cragg, Pegi Young und Ben Keith, mit dem er schon auf vielen Alben zusammengearbeitet hatte, seine Electric Band bildeten, die ihn für die nächsten Tourneen und Alben, d. h. zwischen 2005 und 2009 begleiteten.

Im Mai 2006 veröffentlichte er das rocklastige Protestalbum Living With War, das sich kritisch mit der Irak-Politik der US-Regierung auseinandersetzt. Dieses Album war vorab kostenlos im Internet verfügbar. Mit dem Album kritisierte er harsch die Politik des US-Präsidenten George W. Bush, insbesondere bezüglich des damaligen Irak-Kriegs. Mit dem Song Let’s Impeach the President forderte Young sogar dessen Amtsenthebung. Unterstützt wurde der Song durch die Trompete von Tommy Bray, die wie eine Fanfare, mit der zur Attacke geblasen wird, daherkommt. Spätestens seit diesem Album wurde Neil Young zum echten Protestsänger. Living With War bildete auch den Kern der Tournee Freedom of Speech, die Young zusammen mit seinen alten Weggefährten Crosby, Stills & Nash absolvierte. Die kontroversen Reaktionen auf das Album und die Tournee verarbeitete Young 2008 in seinem Film CSNY Déjà Vu, zu dem auch das Livealbum Déjà Vu Live erschien. Dabei zeigte er sich auf der Bühne politisch wie selten zuvor. Im Film lässt er Kriegsveteranen und Angehörige zu Wort kommen.

Mit Live at the Fillmore East, einer im März 1970 in New York City entstandenen Aufnahme mit Crazy Horse (in Originalbesetzung) als Begleitband, startete im November 2006 die lang erwartete Neil Young Archives Performance Series. Er veröffentlicht seitdem in unregelmäßigen Abständen Live-Aufnahmen seiner gesamten Karriere, die man vorher lediglich als Bootleg auf dem Markt erwerben konnte. Diese sind in bester Soundqualität bearbeitet worden. Bis 2019 waren im Rahmen dieser Serie elf Live-Aufnahmen erschienen.

2007 veröffentlichte er das Album Chrome Dreams II wieder mit seiner Electric Band, eine Reminiszenz an das nie erschienene Chrome Dreams, das Mitte der 1970er Jahre hätte veröffentlicht werden sollen und heute nur als Bootleg erhältlich ist. Chrome Dreams II besteht teilweise aus neuaufgenommenen, unveröffentlichten Klassikern wie dem 18-minütigen Ordinary People. Vom Narrativ her als Ode an die „kleinen Leute“ und Allusion an die Reagonomics gedacht, wurde das Lied 20 Jahre später unter der Bush-Regierung (Bushonomics) wieder aktuell und erinnert an Cortez the Killer oder Thrasher. Ebenfalls enthalten ist eine neue Boxcar–Version sowie weitere eingängige neue Rock-Kompositionen wie No Hidden Path und Spirit Road.

2009-2014: Zweite experimentelle Phase und eine neue Liebe

2009 folgte ein weiteres Album, Fork In The Road, wieder mit der Electric Band. Das Konzeptalbum handelt vom Um- und Ausbau seines Lincoln Continental zu einem Hybridelektrokraftfahrzeug, das sogenannte „LincVolt-Projekt“, das Neil Young selbst finanzierte und von dem er auch in seiner Autobiografie berichtet. Im selben Jahr veröffentlichte er das Box-Set Neil Young Archives Vol. I, eine Werkschau der Jahre 1963–1972, an der er rund zwanzig Jahre gearbeitet hat. Für die Gestaltung des Box-Set-Covers bekam er schließlich seinen ersten Grammy in der Kategorie "Best Boxed or Special Limited Edition Package".

Das Jahr 2010 begann für Neil Young mit einer besonderen Ehre. Ihm oblag es bei der Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele in Vancouver seinen alten Song Long May You Run zu spielen, während das Feuer langsam ausging. Im September des Jahres erschien das von Daniel Lanois produzierte Album Le Noise, das Young ohne Begleitband einspielte. Für die Single Angry World bekam er einen Grammy, diesmal in der Kategorie "Best Rock Song". Bei den Juno Awards 2011 wird er sowohl als Künstler des Jahres ausgezeichnet, bekommt den Preis aber auch für das Adult Alternative Album of the Year.

2011 arbeitete Neil Young an seinen Memoiren Waging Heavy Peace, die 2012 auf Deutsch unter dem Titel Ein Hippie-Traum veröffentlicht wurden. Hier berichtet er assoziativ zwischen Gegenwart und Vergangenheit wechselnd über sein Leben und seine aktuellen Projekte. Breiten Raum nehmen sein „LincVolt-Projekt“ und die Arbeit an dem neuartigen Soundformat „PureTone“ bzw. „Pono“ ein, das Studioqualität haben soll. Er berichtet, dass er erstmals in seinem Leben aufgehört habe, Alkohol und Marihuana zu konsumieren: „Mein Arzt glaubt nicht, dass das gut für mein Gehirn wäre.“ Zugleich erzählt er, dass er zwar zur Zeit der Niederschrift des Buches keine neuen Songs habe schreiben können, sich aber dennoch auf neue Projekte freue.

2012 erschienen mit Crazy Horse die Alben Americana und Psychedelic Pill. Americana umfasst ausschließlich amerikanische Folk-Klassiker wie Oh Susannah, Tom Dula oder Woody Guthries This Land Is Your Land im typischen, gitarrenlastigen Crazy-Horse-Stil. Das Doppelalbum Psychedelic Pill enthält hingegen acht neue Eigenkompositionen, darunter Stücke von mehr als 16 Minuten Dauer wie Walk Like A Giant, Driftin' Back und Ramada Inn. Der Rolling Stone bewertete das Album der „ungehobelten, 43-jährigen Garagenband“ und dem „letzten Hippie“ mit vier von fünf Sternen. 2013 musste eine Europatournee aufgrund eines Fingerbruchs des Gitarristen Frank „Poncho“ Sampedro abgebrochen werden. Die 2014 fortgesetzte Tournee wurde von guter Kritik begleitet.

Doch wieder mal war Neil Young zu jener Zeit an einem völlig anderen Punkt seines Schaffens. Denn im Frühjahr 2014 brachte er mit A Letter Home das seit Arc ungewöhnlichste Werk seiner Karriere heraus. Er verwendete bei den Aufnahmen von 11 Coversongs, z. B. von Bob Dylan oder Bruce Springsteen, einen sogenannten Voice-O-Graphen aus dem Jahre 1947, mit dem man seinerzeit unmittelbar Mono-Schallplatten aufnehmen konnte. Die telefonzellenähnliche Box gehörte dem Label Third Man Records von Jack White, der auch als einziger Gastmusiker auftrat und das Album co-produzierte.

Im Sommer desselben Jahres reichte Neil Young nach 36 Ehejahren die Scheidung von seiner Frau Pegi Young ein. Seine neue Freundin wurde die Schauspielerin und Aktivistin Daryl Hannah. Mit dem Album Storytone (2014) verarbeitete er sowohl die Trennung mit Bewältigungssongs, als auch die neue Liebe mit neuen Liebesliedern. Trotzdem gab es mit Who's Gonna Stand Up? auch einen politischen Protestsong. Neil Young hat die Lieder ergänzend zu seinem Piano- oder Gitarrenspiel mit Big Band oder mit Orchester eingespielt, wodurch sich viele Songs wie Swing-Musik oder wie Filmmusik anhörten. In einer zweiten Verkaufsoption als Doppel-Album kann man die Lieder auch ohne Big Band und Orchester hören, was diesen Songs einen klaren Folksong-Charakter gibt.

Ab Herbst 2014: Mit Promise Of The Real, Crazy Horse und Protestalben

Im Herbst 2014 begann die Zusammenarbeit mit Lukas und Micah Nelson, den beiden Söhnen von Countrystar Willie Nelson, und Lukas’ Begleitband Promise Of The Real. Mit The Monsanto Years (2015) veröffentlichten Neil Young & Promise Of The Real ein Album, mit dem er erneut sein politisches Engagement in musikalischer Form auf einen Höhepunkt brachte. Dem Agrarkonzern Monsanto, das mit seinen Pestiziden und GMOs (genetisch modifizierte Organismen) in der Kritik steht, tritt er jetzt offen entgegen. Aber auch andere Unternehmen wie z. B. beim Song A Rock Star Bucks A Coffee Shop werden deutlich kritisiert. 2016 ließ Neil Young das Live-Album Earth folgen, bei dem er die 2015er-Welttournee mit Promise Of The Real im Studio nachbearbeitet hatte, indem er Geräusche aus der Natur und der Zivilisation den Songs hinzufügte.

Noch im selben Jahr (2016) folgte das Solo-Album Peace Trail, mit dem er ein etwas weniger ekstatisches Album herausbrachte, das textlich gemischt zwischen privaten und politischen Themen schwankte, das aber genauso mit dem Song Indian Givers gegen Großkonzerne, die in diesem Fall eine Ölpipeline, die Dakota Access Pipeline, im Sioux-Gebiet bauten, zu Felde zog. Noch heute engagiert er sich in dieser Angelegenheit, indem er keine Unternehmen und Banken als Sponsoren akzeptiert, die diesen Pipelinebau unterstützt haben. Im Folgejahr folgte dann der Start einer neuen Albumserie namens Neil Young Archives Special Release Series. Hierbei handelt es sich um bislang unveröffentlichte Alben seiner Karriere und Spezial-Alben, die zukünftig neben seinem normalen Schaffen produziert werden. Mit Hitchhiker (2017) machte er den Anfang. Dieses Werk wurde 1976 rein solo eingespielt. Es wurde damals von seinem langjährigen Produzenten David Briggs aufgenommen. Zusätzlich begann Neil Young sein gesamtes Schaffen Stück für Stück auf einer Website im Internet zu veröffentlichen.

The Visitor heißt anschließend ein neues Album mit Promise Of The Real, welches Neil Young ebenfalls 2017 veröffentlichte. Hierbei geht er wieder stärker gegen politisch Mächtige vor. Insbesondere bei den Songs Already Great und Stand Tall greift er Hass, Faschismus und Volksverhetzung auf der Welt und insbesondere in den USA an. Und doch hat auch dieses Album wieder eine experimentelle andere Seite, wie zum Beispiel das jahrmarkthafte Carnival. Doch schon im März 2018 ließ Neil Young mit dem Netflix-Spielfilm Paradox eine weitere Kurve in seinem Schaffen folgen. Diesmal sind es die Musiker von Promise Of The Real, Willie Nelson und Neil Young selbst, die die Darsteller geben, während Daryl Hannah als Regisseurin fungiert. Es handelt sich um einen Western, der Vergangenheit und Gegenwart miteinander vereint. Der Soundtrack Paradox ist nahezu gleichzeitig erschienen.

50 Jahre nach ihrer Gründung und 7 Jahre nach ihrem letzten gemeinsamen Album reaktivierte Neil Young 2019 wieder seine Hausband Crazy Horse. Zwar ohne Frank 'Poncho' Sampedro, dafür aber mit seinem alten Weggefährten Nils Lofgren an der zweiten Gitarre, der eine Zeit lang Anfang der 1970er Jahre Crazy Horse-Mitglied war. Den Rhythmus steuerten wieder Billy Talbot (Bass) und Ralph Molina (Schlagzeug) bei. Das Album Colorado kommt im typischen Crazy Horse-Sound daher. Mit dem harten Shut It Down und dem stillen Green Is Blue geht er aber auch textlich wieder in die Protestsong-Richtung, indem er hier auf den Klimawandel eingeht.

Am 19. Juni 2020 veröffentlichte Young das Album Homegrown, das er bereits 45 Jahre zuvor erstellt und angekündigt hatte. Mit dem Album verarbeitet der Musiker das Scheitern der damaligen Beziehung zu Carrie Snodgress. Nachdem das Album bereits 1975 angekündigt war, entschied sich Young damals jedoch für die Veröffentlichung des rockigeren Tonight's The Night. Young selbst begründete den Rückzug von Homegrown damit, dass ihm die Songs zu persönlich sind. Während der Corona-Krise bot Neil Young im Jahr 2020 verschiedene Konzerte als kostenlosen Live-Stream an, die er z. B. vor dem heimischen Kamin solo gespielt hat. Die sechste sogenannte "Fireside Session", die am 1. Juli 2020 aufgenommen wurde, erschien am 18. September 2020 als EP The Times auf CD. Zentrales Stück ist Lookin' For A Leader 2020, welches im Original von 2006 einen Anti-Bush-Text besaß, und nun mit einem Anti-Trump-Text versehen wurde.

Am 6. November 2020 veröffentlichte Young mit Return To Greendale die Folge 16 aus seiner "Archives Performance Series", in der der Künstler Aufnahmen einzelner Konzerte veröffentlicht. Das Album besteht in der normalen Version aus 2 CDs alternativ 2 LPs. Es enthält in der Deluxe-Version aber auch eine DVD und eine Blu-ray Disc, die auch visuell das Konzert vom 4. September 2003 aus Toronto wiedergeben. In der Rockoper Greendale, die Young ursprünglich 2003 veröffentlichte, geht es insbesondere um das Thema Umweltschutz. Während die Songs die Geschichte rund um die Familie Green in der fiktiven US-Kleinstadt Greendale erzählen, spielen Schauspieler während des veröffentlichten Konzerts parallel die Handlung nach und bewegen die Lippen zu ihren jeweiligen Textstellen in den Liedern.

Mehr als 11 Jahre nach seinem ersten Archives-Box-Set brachte Neil Young am 20. November 2020 den zweiten Teil der umfassenden Retrospektive Neil Young Archives Vol. II heraus. Es umfasst seine Schaffensperiode von 1972 bis 1976. Die Sammlung enthält insgesamt 10 CDs mit veröffentlichtem und unveröffentlichtem Material. Allerdings erschien sie zunächst nur in einer stark limitierten Auflage von 3.000 Stück, die bereits innerhalb von nur einem Tag bei Vorverkaufsbeginn 5 Wochen vor der Veröffentlichung ausverkauft war. Erst am 5. März 2021 war das Box-Set im freien Handel in einer nicht limitierten Auflage erhältlich.

Im Januar 2021 verkaufte Neil Young 50 % der Musikverlagsrechte seiner Werke an den Hipgnosis Songs Fund. Damit erstand Hipgnosis Songs Fund die Hälfte der weltweiten Urheberrechte von rund 1180 Songs, die Young bis dahin geschrieben hatte. Im Februar 2021 erschien mit Way Down In The Rust Bucket ein weiteres Livealbum von Neil Young & Crazy Horse. Es handelt sich um eine "aufrührerische Show", welche am 13. November 1990 kurz nach Veröffentlichung des Albums Ragged Glory im The Catalyst in Santa Cruz aufgezeichnet wurde. In einer Deluxe Edition Box ist zusätzlich auch ein Konzertfilm auf DVD enthalten.

Vier Wochen später legte Young mit einer Livekonzert-Veröffentlichung eines Soloauftritts vom 22. Januar 1971 aus dem American Shakespeare Theater in Stratford, Connecticut nach. Dieses Album nannte er nach dem Theater Young Shakespeare. Die Aufnahmen wurden einst von dem niederländischen Filmemacher Wim van der Linden aufgenommen, der sie für eine Dokumentation über Neil Young für den deutschen TV-Sender ARD gedreht hat. Diese TV-Sendung lief 1971 im Rahmen der deutschen Musikserie "Swing In". Dies sind die ersten Filmaufnahmen eines Neil Young-Konzerts überhaupt.

Privates

Von 1968 bis 1970 war Young mit der Besitzerin des Restaurants Canyon Country Kitchen, Susan Acevedo, verheiratet. Mit der Schauspielerin Carrie Snodgress (1945–2004) hatte er von 1971 bis 1975 eine Beziehung, aus der ein Sohn stammt. 1978 heiratete er Pegi Morton (1952–2019). Auch mit ihr hat er einen Sohn (* 1978) und eine Tochter (* 1984), die als bildende Künstlerin arbeitet. Im Juli 2014 reichte Neil Young nach 36 Ehejahren die Scheidung von Pegi Young ein. Seitdem ist er mit der Schauspielerin Daryl Hannah liiert. Am 25. August 2018 heirateten sie, wie im November 2018 bestätigt wurde.

Beide Söhne erkrankten an infantiler Zerebralparese. 1986 gründeten Neil und Pegi Young die Stiftung Bridge School, in der behinderte Kinder eine Ausbildung erfahren können. Für diese Stiftung fand von 1986 bis 2016 jährlich im Oktober ein Konzert statt, auf dem namhafte Künstler wie Bob Dylan, Bruce Springsteen, Tom Petty, Elvis Costello, Metallica und viele andere aufgetreten sind. Die Musiker und Bands haben dabei fast ausschließlich mit akustischen Instrumenten gespielt.

Im März 2005 ließ sich Young wegen eines lebensgefährlichen Hirnaneurysmas operieren, nachdem er bei Aufnahmearbeiten Sehstörungen festgestellt hatte. Nach dem Eingriff musste er reanimiert werden, weil das operierte Blutgefäß wieder aufgeplatzt war und es wohl dadurch zu einem Herzstillstand kam. Im folgenden April konnte er beim kanadischen Live-8-Konzert wieder auftreten.

Politisches

Seit 2006 ist Young Träger des Order of Manitoba, der höchsten Auszeichnung der kanadischen Provinz Manitoba. Er hat einige Projekte zur Verbesserung der Lage der Ureinwohner in Nordamerika unterstützt. 1978 und 2018 brannte sein Wohnhaus in Malibu nahe dem Zuma Beach durch Waldbrände in Kalifornien ab.

Seit Januar 2020 besitzt Neil Young neben der kanadischen auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Diese hatte er beantragt, damit er bei der Präsidentschaftswahl im November 2020 gegen den bisherigen Präsidenten Donald Trump stimmen kann. Während des US-Wahlkampfs 2020 nutzte Donald Trump mehrfach Musik von Neil Young. Young untersagte ihm dies jedes Mal und schrieb ihm am 6. Juli 2020 einen offenen Brief, nachdem bei einer Wahlkampfveranstaltung vor dem Mount Rushmore drei seiner Lieder genutzt worden waren. Er stehe auf der Seite der Indianer (die den Mount Rushmore für sich reklamieren) und arbeite dafür, dass Trump im November 2020 abgewählt wird. Bei einem Bezirksgericht in New York reichte er im August 2020 wegen der Verwendung seiner Songs Rockin' in the Free World und Devil's Sidewalk bei mehreren Wahlkampfauftritten von US-Präsident Donald Trump Klage gegen Trumps Wahlkampfteam ein.

Quelle: Wikipedia.org