Queensryche

Queensrÿche [ˈkwiːnzraɪk] ist eine US-amerikanische Progressive-Metal-Band, die im Jahr 1981 in Bellevue bei Seattle, Washington von den beiden Gitarristen Chris DeGarmo und Michael Wilton zunächst ohne Sänger unter dem Namen „The Mob“ gegründet wurde. Queensrÿche war eine der ersten Bands, die den Heavy-Metal-Umlaut über das y setzten. Geoff Tate bemerkte dazu einmal im Jahr 2000: „Wir verbrachten elf Jahre damit, zu erklären, wie man das ausspricht.“ Das auf den meisten Albencovern verwendete sowie auch sonst öfter mit der Band in Verbindung gebrachte Logo ist das sogenannte „Tri-Ryche“-Symbol.

Zwischenzeitlich bestanden zwei Versionen der Gruppe, da Sänger Geoff Tate im Juni 2012 nach 30 Jahren Bandzugehörigkeit und längerfristigen bandinternen Schwierigkeiten von seinen Mitmusikern entlassen und durch den Sänger Todd La Torre ersetzt wurde, und dieser daraufhin seine eigene Queensrÿche-Version ins Leben gerufen hatte. Beide veröffentlichten 2013 ein Studioalbum und waren auch auf Tournee unterwegs. Nach einer außergerichtlichen Einigung beider Parteien agiert die Besetzung um Geoff Tate mittlerweile unter dem Namen Operation: Mindcrime.

Bis heute wurden weltweit über 20 Millionen Alben von Queensrÿche verkauft, davon mehr als 6 Millionen in den Vereinigten Staaten. Das kommerziell erfolgreichste Album ist das 1990 erschienene Empire, das sich durch seine hochwertige Produktion auszeichnet und mit Silent Lucidity auch das bekannteste Lied der Band enthält. Künstlerisch wird jedoch sehr häufig seitens Fans und Kritikern das zwei Jahre zuvor veröffentlichte Konzeptalbum Operation: Mindcrime vorgezogen, mit dem die Band ihren Durchbruch erlangte.

Bandgeschichte

1978–1985: Vorgängerbands, Gründung und Debütalbum

Die beiden Gitarristen Chris DeGarmo und Michael Wilton waren anfangs in diversen Coverbands aktiv. Zwischen 1978 und 1980 spielte zunächst Wilton, später auch DeGarmo bei der Band „Joker“, die sich auf Lieder von Künstlern wie AC/DC, Van Halen, den Scorpions und Judas Priest konzentrierte.

Im Jahr 1980 gründete Wilton zusammen mit dem späteren Queensrÿche-Drummer Scott Rockenfield die Heavy-Metal-Band „Cross+Fire“, die hauptsächlich Lieder von Iron Maiden (in diesem Jahr erschien deren Debütalbum) coverte und der später auch Eddie Jackson als Bassist angehörte sowie weiterhin von Chris DeGarmo als Gitarrist unterstützt wurde. Bereits ein Jahr später gründeten die vier Instrumentalisten der späteren Queensrÿche eine Band namens „The Mob“ (nach dem Lied The Mob Rules von Black Sabbath), aus der 1982 schließlich mit dem Einstieg von Geoff Tate Queensrÿche wurde. So bestand die Band schließlich aus dem Sänger Geoff Tate, dem Bassisten Eddie Jackson, den beiden Gitarristen Michael Wilton und Chris DeGarmo sowie dem Schlagzeuger Scott Rockenfield.

Nachdem in dieser Besetzung erste Demos aufgenommen worden waren, brachte die Band im Jahr 1982 zunächst ihre erste EP unter dem Bandnamen auf ihrem eigenen Label 206 Records heraus. Als Diana und Kim Harris, Inhaber eines ortsansässigen Plattenladens, auf die vier Titel umfassende Demoaufnahme aufmerksam wurden, boten sie der Band ihr Management an. Die EP Queensrÿche wurde bereits in seiner ersten Fassung über 60.000 Mal verkauft, was für eine Debüt-EP ohne eine große Plattenfirma dahinter einen großen Erfolg darstellte.

So wurde dann auch EMI Records auf die Band aufmerksam. Queensrÿche wurde nach Vertragsunterzeichnung bei EMI ein zweites Mal im September 1983 verlegt und erreichte Platz 81 in den US-Charts. Im Jahr 1989 erschien die EP auch als CD, erstmals mit dem zusätzlichen Song Prophecy, der ursprünglich 1986 zusammen mit dem zweiten Album Rage for Order aufgenommen wurde. Die erste Tournee zu dieser Veröffentlichung bestritt die Band mit Ronnie James Dio und anschließend als Vorprogramm von Twisted Sister.

Mit ähnlichem Erfolg wie ihre erste EP wurde auch das Debütalbum The Warning aus dem Jahr 1984 belohnt. Für die Produktion wurde die Band zusammen mit dem Produzenten James Guthrie, der bereits mit Pink Floyd gearbeitet hatte, sowie dem bekannten Komponisten und Orchestrator Michael Kamen, mit dem die Band in ihrer Karriere häufiger zusammengearbeitet hat, nach London geschickt. Das Album, das progressiv angehauchten Metal mit stilfremden Einflüssen kombinierte, platzierte sich in den US-Billboard-Charts auf Platz 61 und erwies sich langfristig als noch erfolgreicher als die EP Queensrÿche. Die Tournee zum Album beinhaltete Auftritte im Vorprogramm von Kiss. Ein in dieser Zeit in Japan aufgenommenes Live-Video erschien 1985 unter dem Titel Live in Tokyo.

1986–1989: Weiterentwicklung und Durchbruch mit Mindcrime

Im Jahr 1986 erschien mit Rage for Order das zweite Studioalbum der Gruppe. War das Debüt noch stark vom Heavy Metal beeinflusst, so wurde hier der Einfluss von elektronischen Instrumenten, hauptsächlich den in dieser Zeit sehr populären Synthesizern, miteinbezogen. Im selben Jahr veröffentlichten mit den beiden Heavy-Metal-Bands Iron Maiden (Somewhere in Time) und Judas Priest (Turbo) zwei populäre Vorbilder von Queensrÿche ebenfalls erstmals Songmaterial, das diese damalig-zeittypischen Einflüsse zuließ. Das Werk beinhaltet mit dem auch als Single vermarkteten Gonna Get Close to You erstmals auch eine Coverversion. Das Original wurde 1984 von Dalbello veröffentlicht. Zu dem Lied drehte die Band das erste offizielle Musikvideo ihrer Geschichte. Geoff Tate äußerte sich später bei der Videoveröffentlichung Building Empires (1992), dass es bedauerlich sei, dass die Band zu diesem Album keine weiteren Videos produziert habe, da es auf Rage for Order ausreichend starkes Song-Material dafür gegeben hätte.

Rage for Order bedeutete für die Band erneut ein noch größerer Erfolg als der Vorgänger. Das Album schaffte es in den US-Billboard-Charts bis auf Platz 47 und auch in Deutschland konnte die Band mit Platz 58 erstmals einen Charteinstieg verbuchen.

In dieser Zeit tourte die Band mit AC/DC, Ozzy Osbourne sowie in England auch mit der Band Bon Jovi, die in diesem Jahr mit dem Album Slippery When Wet nicht nur sich selbst, sondern auch dem Glam Metal (auch Hair Metal genannt) zum Durchbruch verhalf. Durch den zu der Zeit in der Metal-Szene noch verpönten Einsatz von Synthesizern in ihrer eigenen Musik und ihren „tuntigen Kostümen“ in jener Zeit wurde teils auch Queensrÿche damals von Kritikern dem Glam Metal zugeordnet.

Im Jahr 1988 schließlich kam mit dem dritten Album Operation: Mindcrime der große Durchbruch, der für die Band auch bis heute der kreative Höhepunkt bedeutet, den die Band danach nie wieder erreichen sollte. Die Idee zu dem Konzept kam Sänger Geoff Tate bei einem Besuch in der Kirche; sie dreht sich um den Protagonisten Nikki und dessen Beteiligung an einer Untergrundorganisation, die ihn schließlich ins Gefängnis führt.

Sowohl bei den Kritikern als auch beim Publikum wurde die ungewöhnliche Idee, ein Konzeptalbum im Metal-Bereich herauszubringen, positiv aufgenommen. Zwar veröffentlichte die britische Heavy-Metal-Band Iron Maiden mit Seventh Son of a Seventh Son bereits wenige Wochen vorher ebenfalls ein Konzeptalbum, das jedoch aus einzeln komponierten Songs mit einem Grundkonzept besteht, während das Album von Queensrÿche eine fortwährende Geschichte erzählt, mehrere Dialogpassagen enthält und die Songs wie bei klassischen Konzeptalben von Bands wie Pink Floyd direkt ineinander übergehen und als Gesamtwerk zu verstehen sind. Für Mindcrime bekam die Band am 15. August 1991 in den USA eine Platin-Schallplatte verliehen, nachdem das dazugehörige Video: Mindcrime (1989) bereits zwei Monate nach Veröffentlichung diesen Status erreichte. Zwar erreichte das Konzeptalbum in den Billboard-Charts nicht ganz die Chartposition von Rage for Order, hielt sich jedoch ein ganzes Jahr in den Charts und erwies sich somit eher als Dauerbrenner statt als klassischer Chartstürmer. Das auf dem Album enthaltene Lied I Don’t Belive in Love wurde 1990 für einen Grammy in der Kategorie „Best Metal Performance“ nominiert.

Auf der Tournee zu Operation: Mindcrime spielt die Band als Vorgruppe für Def Leppard in Amerika und anschließend für Metallica in Europa.

Operation: Mindcrime findet bis heute großen Anklang sowohl beim Publikum als auch bei Musikkritikern. So wurde es beispielsweise im Januar 1989 auf Platz 34 der „100 größten Heavy-Metal-Alben aller Zeiten“ des britischen Kerrang!-Magazines gewählt. Im selben Magazin erreichte es 1988 auch Platz 2 der jahresbesten Alben. Im Jahr 2007 wurde von dem deutschen Magazin Rock Hard ein Buch mit den 500 besten Rock- und Metalalben aller Zeiten veröffentlicht, das Operation: Mindcrime auf dem neunten Platz auflistet. Auch der deutsche Metal Hammer listet das Album in seiner 100 Alben umfassenden Top-100-Metalalbenliste auf Platz 24.

1990–1993: Kommerzieller Höhepunkt mit Empire

Das Nachfolgealbum Empire wurde 1990 aufgenommen und veröffentlicht. Dieses war jedoch von ganz anderer Machart als der Vorgänger, wenn auch kommerziell erfolgreicher. Während Operation: Mindcrime von der ersten Sekunde an durchkonstruiert ist, macht Empire einen spontaneren, verspielteren Eindruck. Für die Produktion war erneut der britische Produzent Peter Collins, mit dem die Band bereits bei Operation: Mindcrime zusammengearbeitet hatte, verantwortlich.

Das Album ist mit allein in den USA bis 1994 über drei Millionen verkauften Einheiten und einer 3-fach-Platin-Auszeichnung das kommerziell erfolgreichste Queensrÿche-Album weltweit. Die mit Orchester aufgenommene Singleauskopplung Silent Lucidity schaffte es in den amerikanischen Billboard-Charts bis auf Platz 9, in Deutschland ist es mit Platz 46 der größte Single-Erfolg der Bandgeschichte. Zahlreiche Singles wurden zwischen 1990 und 1992 auf den Markt gebracht, die Band drehte in dieser Phase insgesamt sieben Musikvideos, zwei davon für die verhältnismäßig weniger erfolgreichere Single Another Rainy Night (Without You). Dieses Material wurde 1992 für das Videoalbum Building Empires zusammengefasst. Dieses enthält auch Ausschnitte des am 27. April 1992 im Rahmen der MTV-Unplugged-Serie gespielten Akustik-Konzertes in den Warner Hollywood Studios in Los Angeles, das nie vollständig als Konzert- oder Videoalbum veröffentlicht wurde.

Der Erfolg von Empire und darauf enthaltenen Songs wie Jet City Woman oder Empire verschaffte der Band ihre erste vollwertige Headliner-Tour. Ihre ersten Headliner-Auftritte in Europa gab die Band mit Lynch Mob, große Open-Air-Auftritte zum Beispiel bei Rock in Rio oder Superrock absolvierte die Band an der Seite von Bands wie Guns n’ Roses, Megadeth und Judas Priest. Ein tragischer Zwischenfall ereignete sich bei einem Konzert im belgischen Ichtegem am 20. November 1990. Während des Songs Roads to Madness kam es im Publikum zu einem Handgemenge, in dessen Verlauf ein Besucher ein Messer zückte und wahllos auf die Umherstehenden einstach. Bilanz: Ein Toter und ein Schwerverletzter. Die Band brach das Konzert daraufhin ab. Die Tournee dauerte insgesamt 18 Monate an, solange wie keine andere zuvor oder danach. Bereits 1991 veröffentlichte die Gruppe mit Operation: Livecrime ein Live-Video, das die Performance des gesamten Operation:-Mindcrime-Albums auf der damaligen Tour enthält. Dieses erschien als erstes Konzert der Band auch als CD.

Nachdem es zunächst ruhiger um die Band wurde, da bereits im August 1992 mit der Produktion eines weiteren Albums begonnen wurde, steuerte Queensrÿche 1993 zunächst den Song Real World zum Soundtrack des Films Last Action Hero mit Arnold Schwarzenegger bei.

1994–1999: Stilwandel, Schwierigkeiten und sinkende Popularität

1994 wurde nach einer längeren Pause von der Öffentlichkeit schließlich das fünfte Album Promised Land veröffentlicht, an dem die Gruppe solange arbeitete, wie an keinem anderen Tonträger zuvor. Das Werk, das sich inhaltlich unter anderem mit den Erfahrungen des großen Erfolges und dem Umgang damit beschäftigt, war jedoch im Zeitalter von Grunge und Alternative Rock mit der eher ruhigen und melancholischen musikalischen Ausrichtung weniger gefragt. Während Promised Land in den USA dennoch mit Platin und in Kanada mit Gold ausgezeichnet wurde, erreichte die Band zumindest in Deutschland mit dem Album das erste und letzte Mal die Album-Top-10. Alle folgenden Veröffentlichungen der Band konnten keinerlei Verkaufsauszeichnungen mehr verbuchen. Auf der folgenden Tournee spielte das Quintett zunächst ohne Vorgruppe und präsentierte dafür ein über zweistündiges Programm. Erst Mitte 1995 nahmen sie Type O Negative mit auf Tour. In den USA erschien im März 1996 zusätzlich eine Doppel-CD-ROM zu dem Album mit einem interaktiven Promised-Land-Spiel und einer Rundreise durchs Aufnahmestudio sowie diversen Videoclips und Filmausschnitten.

Das darauffolgende 1997 veröffentlichte Album Hear in the Now Frontier wurde ebenfalls sehr zwiespältig aufgenommen, obwohl es mit Peter Collins, dem Produzenten der zwei erfolgreichsten Queensrÿche-Alben Operation: Mindcrime und Empire, aufgenommen wurde. Der Musikstil wandte sich jedoch mehr in Richtung Alternative Rock und auch Grunge, und enttäuschte viele Fans, da es die Erwartungen von Kritikern und Publikum musikalisch nicht erfüllen konnte. Vor allem in Europa gingen die Verkäufe deutlich zurück, während die Band in Amerika aller Kritik zum Trotz mit den Singles Sign of the Times und You dennoch reichlich Airplay erfuhr. Auch die folgende Tournee lief keinesfalls reibungslos: Bereits nach weniger als einem Monat wurde Sänger Geoff Tate ernsthaft krank, und man musste das erste Mal in der Bandgeschichte mehrere Konzerte absagen. Ausgerechnet in dieser Phase geriet Queensrÿches langjähriges Label EMI in Amerika bankrott, was die Band dazu zwang, die restlichen zwei Monate der Tournee aus eigener Tasche zu finanzieren. So spielte die Gruppe etwa im Dezember wegen vertraglicher Verpflichtungen einige Auftritte in Südamerika zusammen mit Megadeth und Whitesnake. Nach den Auftritten der Hear-in-the-Now-Frontier-Tournee verließ Chris DeGarmo als erstes Bandmitglied seit der Gründung aufgrund musikalischer Differenzen die Band, wie in einer Pressemitteilung am 28. Januar 1998 öffentlich bekannt gegeben wurde. Mit DeGarmo verlor die Band nicht nur ihren stilprägenden Gitarristen, sondern auch einen wichtigen Songschreiber, der bei jedem Album an mehr als der Hälfte aller Lieder als Autor beteiligt war und einige Lieder, wie etwa die erfolgreiche Single Silent Lucidity, allein schrieb. Die Gründe seines Ausstiegs wurden nie öffentlich klar kommentiert, allerdings wurden Streitigkeiten dementiert und DeGarmo widmet sich seither eher seiner Leidenschaft als Pilot und macht seit seinem Ausstieg nur noch sporadisch Musik. Aufgrund des Ausstiegs DeGarmos trennte sich auch das Management Q Prime von der Gruppe.

Beim nächsten Album Q2K (1999) spielte der langjährige Bandfreund und Produzent Kelly Gray die Gitarrenparts ein. Tate arbeitete mit ihm bereits vor seiner Zeit bei Queensrÿche, in der Vorgängerband Myth, zusammen. Das Album wurde von der Band ohne fremde Hilfe produziert und wurde als erster Tonträger der Band auf Atlantic Records veröffentlicht und bei der Autorenangabe der Lieder einigte man sich schlicht auf „Queensrÿche“. Auch wenn das Album sich dem Stil früherer Werke wieder etwas annäherte, wurde es dennoch als Weiterführung der Experimente durch Geoff Tate gewertet.

2000–2005: Live-Alben, Tribe und Soloaktivitäten

Die ehemalige Plattenfirma der Band EMI veröffentlichte im Jahr 2000 ein Greatest-Hits-Album, das unter anderem jeweils zwei Lieder der Queensrÿche-EP sowie den Alben The Warning, Rage for Order, Operation: Mindcrime und Hear in the Now Frontier enthielt. Eine erste Live-DVD sowie eine passende Doppel-Live-CD der vergangenen Q2K-Tour folgte im Jahr 2001 mit dem Titel Live Evolution.

Zwischenzeitlich gingen die Bandmitglieder zunächst ihren Soloaktivitäten nach: Sänger Geoff Tate brachte 2002 ein mäßig-erfolgreiches, selbstbenanntes Soloalbum heraus, während Michael Wilton sich seiner Band Soulbender zuwandte. Scott Rockenfield und Kelly Gray arbeiteten an einem Album mit Slave to the System, an dem auch die beiden Brother-Cane-Musiker Damon Johnson und Roman Glick beteiligt waren.

Da die Band nach eigenen Aussagen nicht mehr genug von Atlantic Records unterstützt wurde, wechselte man bereits 2000 daraufhin zu Sanctuary Records, wo sie ihr neues Album Tribe im Jahr 2003 veröffentlichten. Vor den Aufnahmen zu dem Album stieß auch Chris DeGarmo kurzzeitig wieder zur Band, allerdings nicht als offizielles Mitglied. Er übernahm lediglich die Gitarrenparts an einigen Stellen und beteiligte sich am Songwriting von fünf der zehn auf Tribe veröffentlichten Lieder. Zwar wollte der Gitarrist auch auf der folgenden Tournee mit der Band spielen, jedoch entschied sich DeGarmo aufgrund kreativer Streitigkeiten mit Geoff Tate während der Arbeit an Tribe gegen weiteres Mitwirken an Queensrÿche. Seinen Job übernahm der 1969 geborene Mike Stone, den man bereits auf Tribe hören konnte. Im Sommer 2003 ging die Band mit Dream Theater und Fates Warning auf Co-Headlinertour durch die USA, ehe die Band erneut auch in Europa Halt machte. Mike Stone, der ebenfalls mit der Band im Studio gearbeitet hatte, übernahm auf beiden Tourneen die Gitarre. Auf der Tournee spielte die Band zusammen mit Dream Theater die beiden Coversongs Comfortably Numb von Pink Floyd und Won't Get Fooled Again von The Who.

Im Anschluss an die Tour wurde Geoff Tates Ehefrau Susan Bandmanagerin, nachdem sie bereits seit 2001 als stellvertretende Managerin arbeitete.

2006–2012: Neue Konzeptalben und Trennung von Geoff Tate

Im März 2006 erschien die Fortsetzung von Operation: Mindcrime, die der Band in den USA die höchste Chartplatzierung seit Promised Land bescherte. Mit knapp 44.000 verkauften Einheiten in der Startwoche landete es auf Nummer 14. Größeres Interesse an Queensrÿche sollte jedoch nicht aufkommen, die Verkaufszahlen in der zweiten Woche waren derart gering, dass es in Deutschland aus den Charts heraus und in den USA schnell auf Platz 90 fiel. Auf Tour präsentiert die Band eine Live-Performance von beiden kompletten Alben. Einen Mitschnitt eines solchen Konzertes bietet die 2007 erschienene CD/DVD Mindcrime at the Moore.

Nach dem 2007er Album Take Cover, das ausschließlich Cover-Versionen enthielt, erschien am 31. März 2009 das neue Album American Soldier, das die Fronterfahrungen amerikanischer Veteranen aus verschiedenen Kriegen vom Zweiten Weltkrieg bis zum Irak-Krieg aus deren Sicht und in ihren eigenen Worten schildert.

Im Februar 2009 stieg Mike Stone aus der Band aus. Alle Gitarrenparts auf der neuen Platte wurden von Michael Wilton eingespielt, was darauf schließen ließ, dass Stones Ausstieg schon seit längerem geplant war. Wilton zufolge habe er die Gitarrenparts allein eingespielt, damit sie wieder stärker nach den originalen Queensrÿche klingen würden. Für die zweite Gitarre wurde Parker Lundgren für die US-Tour verpflichtet, der bereits in Geoff Tates Soloband mitgewirkt hatte. Auf der Tournee zum Konzeptalbum American Soldier ging die Band einen neuen Weg bei der Songauswahl: Es wurden drei „Suiten“ gespielt, eine mit Stücken des neuen Albums, eine mit Stücken des 1986er Albums Rage for Order sowie eine Suite mit Songs von Empire von 1990.

2012 gab es mehrere Gerüchte über einen Streit innerhalb der Band. Susan Tate, die Frau des Sängers Geoff Tate, wurde von ihren Aufgaben entbunden. Daraufhin kam es vor einem Auftritt in São Paulo am 14. April 2012 zu einem Handgemenge innerhalb der Band. Während des Konzertes beleidigte und bespuckte Geoff Tate seine Bandmitglieder. Das letzte Konzert in der alten Besetzung gab die Band am 27. Mai 2012 auf dem Rocklahoma Festival in Oklahoma. Geoff Tate beleidigte unter anderem die Fans mit den Worten „You suck“ (sinngemäß übersetzt: „Ihr seid scheiße“).

Ende Juni 2012 trennte sich die Band von Sänger Geoff Tate. Er wurde durch den ehemaligen Crimson-Glory-Sänger Todd La Torre ersetzt. Durch die Wirren der Neubesetzung des Sängerpostens und einer damit verbundenen drohenden gerichtlichen Auseinandersetzung waren offizielle Webpräsenz, Facebook- und Twitterkonten der Band vorübergehend abgeschaltet.

Quelle: Wikipedia.org