14.05.2018 | FC St. Pauli 108 Jahre FC St. Pauli: Wir feiern unseren Verein

Der FC St. Pauli feiert Jubiläum und ROCK ANTENNE Hamburg feiert mit - wir blicken in die Geschichte unseres Vereins und den Aufstieg zum Kult-Club.

  • <p>Der FC St. Pauli - das ist nicht nur ein Club, das ist eine Lebenseinstellung!</p>

    Der FC St. Pauli - das ist nicht nur ein Club, das ist eine Lebenseinstellung!

    Foto: FC St. Pauli
  • <p>Mit seiner unperfekten, aber kultigen Art, ist der FC St. Pauli auf der ganzen Welt berühmt und beliebt.&nbsp;</p>

    Mit seiner unperfekten, aber kultigen Art, ist der FC St. Pauli auf der ganzen Welt berühmt und beliebt. 

  • <p>Das Markenzeichen des Kiezclubs: Die Jolly Roger. Mitte der 1980er begannen die Fans, das Logo zu verwenden. 1989 entwirft Steph Braun den Totenkopf, der bis heute auf dem Merchandise des Vereins zu finden ist.&nbsp;</p>

    Das Markenzeichen des Kiezclubs: Die Jolly Roger. Mitte der 1980er begannen die Fans, das Logo zu verwenden. 1989 entwirft Steph Braun den Totenkopf, der bis heute auf dem Merchandise des Vereins zu finden ist. 

    Foto: An-D / CC BY-SA 3.0
  • <p>"Welcome To The Hell of St. Pauli" - Gegner haben hier nichts zu lachen.</p>

    "Welcome To The Hell of St. Pauli" - Gegner haben hier nichts zu lachen.

    Foto: FC St. Pauli
  • <p>Was auch an der stets überragenden Stimmung in unsere Wohnzimmer - dem Millerntor-Stadion - liegt.&nbsp;</p>

    Was auch an der stets überragenden Stimmung in unsere Wohnzimmer - dem Millerntor-Stadion - liegt. 

    Foto: FC St. Pauli
  • <p>Die Traditionsmannschaft des FC St. Pauli bei einem Freundschaftsspiel 2010 gegen den FC United of Manchester. Mit dabei Legenden wie Holger Stanislawski, Ivan Klasnic, Ralle Gunesch,&nbsp;Christian Rahn, André Trulsen und viele mehr.&nbsp;</p>

    Die Traditionsmannschaft des FC St. Pauli bei einem Freundschaftsspiel 2010 gegen den FC United of Manchester. Mit dabei Legenden wie Holger Stanislawski, Ivan Klasnic, Ralle Gunesch, Christian Rahn, André Trulsen und viele mehr. 

    Foto: BUH, Wahrerwattturm / CC BY-SA 3.0

Am 15. Mai 1910 wurde der FC St. Pauli offiziell gegründet. Seitdem wurde Geschichte geschrieben! St. Pauli - das ist nicht perfekt, das ist nicht blank geputzt, das ist nicht Königsklasse. Hier wird der Verein gelebt und das, wofür er steht.

Zum 108. Geburtstag gratulieren wir von ROCK ANTENNE Hamburg als stolzer Radiopartner mehr als herzlich und tauchen ein in die Geschichte unserer Kiezkicker. Viel Spaß beim Durchklicken:

  • Die Anfänge

    Wie so viele gute Ideen beginnt auch diese in einer Kneipe.1907 sitzen Mitglieder des St. Pauli Turnvereins nach dem Turnfest auf dem Heiligengeistfeld beim Bierchen zusammen und fragen sich: "Warum haben wir eigentlich keine Fußball-Abteilung?" Gesagt, gegründet! Und so fand bereits drei Jahre später das erste Spiel gegen Mitglieder eines Schwimmvereins aus Hannover statt. Und auch was die Finanzen angeht, ist sich der FC St. Pauli 1908 zwei Jahre vor seiner offiziellen Gründung treu geblieben. Bereits hier standen die Kiezkicker mit 79 Mark in der Kreide. Das hat aber auch damals bereits niemanden gestört. Am 30. Januar 1910 findet der Punktspielauftakt gegen die dritte Mannschaft des SC Germania 1887 statt, der FC St. Pauli siegt mit 2:0. Beflügelt verlässt der Verein nun auch die Stadtgrenzen, spielt Freundschaftsspiele gegen Cuxhaven und Dänemark - und verliert alle. Völlig egal, wo ein Wille, da ein Weg: am 22. April 1910, nach dreijährigem Bestehen der Abteilung und 18 Tage vor dem offiziellen Gründungsdatum, verfügte man bereits über vier Mannschaften und die fünfte wurde gebildet.

  • Die frühen Jahre und die Nachkriegszeit

    1919 steigt der FC St. Pauli erstmal in die damals höchste Spielklasse auf und direkt wieder ab. Die kommenden Jahre sind Jahre im Liga-Fahrstuhl, erst 1930 gelingt erneut der Aufstieg, 1931 sogar die Qualifikation für die Norddeutsche Meisterschaft. Dann kam der Krieg und der Abstieg.

    Das Stadion wurde komplett zerstört, ein Hamburger allerdings brachte den Wiederaufbau auf Touren: Karl Miller. Seine Eltern hatten eine stadtbekannte Schlachterei unweit des Millerntors. Miller lockte mit Wurst - zahlreiche Spitzenfußballer der Zeit kamen und kickten für teilweise zumindest eine Saison beim FC St. Pauli. 1946 wird das neue Stadion auf dem Heiligengeistfeld eingeweiht. Wurst sei Dank!

    Die Freude währte allerdings nur 14 Jahre. 1960 musste das Stadion weichen. Der Grund: es war der Internationalen Gartenschau im Weg und so wurde direkt mit dem Bau des heutigen Stadions begonnen. 

  • Aufstieg in die 2. Bundesliga

    1962 wurde die Bundesliga eingeführt. Der DFB verweigert dem FC St. Pauli die Teilnahme; die Kiezkicker starten also in der Regionalliga-Nord und gewinnen direkt mal als erstes die Meisterschaft.

    In den kommenden zehn Jahren spielt der FC St. Pauli sechs mal in den Aufstiegsrunden mit. Geklappt hat es in dieser Zeit kein einziges Mal, wichtig wurde dann aber das Jahr 1974. Deutschland wird Fußball-Weltmeister und der FC St. Pauli schafft zusammen mit Eintracht Braunschweig den Aufstieg in die frisch neu gegründete 2. Bundesliga.

  • Erneuter Aufstieg und tiefer Fall

    1977 folgt der Aufstieg in die 1. Bundesliga, im Derby gegen den HSV siegen die Kiezkicker mit 2:0. Ein Sieg gegen HSV sollte erst 2011 mit einem 0:1 wieder gelingen. (Mal schauen, was 2018/2019 nun passiert.)

    Doch nach dem brisanten Aufstieg kommt direkt der tiefe Fall. Nach nur einer Saison steigt der FC St. Pauli direkt wieder ab, ein Jahr später folgt der Supergau: der DFB entzieht dem Club die Lizenz, der FC St. Pauli steigt trotz Rang sechs in die Amateur-Oberliga Nord ab. Die Verzweiflung ist groß, bis 1987 Helmut Schulte das Traineramt übernimmt und mit den Kiezkickern in die Bundesliga zurückkehrt.

  • Traditionelle Geldprobleme

    Die Geldsorgen des FC St. Pauli bleiben Gesprächsthema. Für zehn Jahre ab 1990 ist Heinz Weisener Präsident am Millerntor. Die Geldprobleme des Clubs deckt er mit seinem Privatvermögen, rettet den Verein so mehrfach vor der kompletten Pleite, 2000 tritt Weisener zurück. In diesen zehn Jahren gab es einige Trainerwechsel, Aufstiege, Abstiege, Relegationsduelle. 1995 folgt erneut der Aufstieg in die erste Bundesliga. Am ersten Spieltag der neuen Bundesliga-Saison schlägt der FC St. Pauli 1860 München mit 4:2 und erobert zum ersten und bislang einzigen Mal die Tabellenführung. Und steigt prompt 1997 wieder ab...

  • Weltpokal-Sieger-Besieger

    ...und 2001 wieder auf. Das bedeutet am 6. Februar 2002: die Bayern kommen ans Millerntor. Das erste Mal wieder nach sechs Jahren! Und das Wunder geschieht. Am 21. Spieltag der Saison spielt St. Pauli vor 20.735 Zuschauern und Trainer Dietmar Demuth einen Zauberfußball, der seinesgleichen sucht! Thomas Meggle und Nico Patschinski gehen in die Geschichte ein, zimmern die Tore in den Kasten, dass das gesamte Stadion bebt. Der damalige Bayern-Manager Uli Hoeneß ist bedient, faltet seine Spieler im Bus nach dem Spiel zusammen. "Wir haben einen Dreck gespielt. Alle dachten, das geht hier Hacke, Spitze, eins, zwei, drei. Während ich eine schlaflose Nacht habe, kloppt ihr 30 Minuten nach dem Abpfiff schon wieder Karten und esst Scampis." Diese Ansage war indes gar nicht nötig, die Laune bei den Bayern war eh mies. Hatte FC St.Pauli-Zeugwart Bubu doch kurzer Hand die Warmwasserversorgung nach dem Spiel abgedreht - die Münchner duschten kalt.

  • Vom Besiegten zum "Retter"

    Schnell war aus dem Siegtaumel auch eine Marketing-Idee geboren. 400 Stück hatte die erste Auflage der "Weltpokalsiegerbesieger"-T-Shirts. Mittlerweile sind mehr als 100.000 über den Ladentisch gegangen. Die Siegeswelle hielt allerdings nur kurz vor, mit Lichtgeschwindigkeit folgte der Abstieg bis in die Regionalliga. Doch eigentlich hätte alles noch viel schlimmer kommen können. Wieder bedrohen Geldsorgen den Verein, ein Zwangsabstieg in die Oberliga-Nord droht. Doch Hamburg steht zusammen für den Verein vom Millerntor. Was mit dem "Weltpokalsiegerbesieger"-T-Shirt bereits gut funktioniert hat, klappt mit dem "Retter"-T-Shirt noch besser, 140.000 mal ging die Kultbekleidung über den Tresen. Zudem wurden lebenslange Dauerkarten verkauft, Unternehmer Frank Otto gab eine Bürgschaft die für Einnahmen dafür ab und sicherte dem Verein damit die Lizenz. Ach ja und die Bayern kamen auch noch mal wieder - zum Benefiz-Spiel. An der Warmwasserversorgung wurde an diesem Tag nicht gedreht. 

  • Heute...

    2007 ist dann wieder alles klar, der FC St. Pauli steigt steil in die 2. Liga auf, knapp 100.000 Fans feiern die ganze Nacht auf der Reeperbahn. Grund für den Erfolg: FC St.Pauli-Legende Holger Stanislawski. 1993-2004 als Libero dabei, tauschte er 2006 die Kapitänsbinde gegen die Trainer-Trillerpfeife und führt den FC St. Pauli zurück in die zweite Bundesliga.

    Und dann dauert es auch nur noch ein Jahr, bis die neue Südtribüne fertig gestellt wird. Insgesamt dauert der Stadionumbau 9 Jahre. Im Juli 2015 ist endlich alles fertig. 29546 Fans finden nun im Millerntorstadion Platz. 

    Am 09. April wird ROCK ANTENNE Hamburg Radiopartner des FC St. Pauli und feiert knapp einen Monat später mit dem FC St. Pauli den Klassenerhalt, nach einem Hammer-Sieg gegen Arminia Bielefeld. Auch nächste Saison geht es wieder in Liga 2 los und wir freuen uns auf die neue Spielzeit mit unseren Boys in Brown!